Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Russ.Poln.Böhm.Ung.

Tschortowa boroda.Jaskolcze ziele, Rostopasc.Lastowienik.Fetske-.

Diese ausdauernde Pflanze wächst in Eu-ropa, in Deutschland sehr häufig auf wal-

an

digen, steinigen Anhöhen, ungehauten Orten,Hecken und in sandigen Waldungen.

Die Wurzel, fast zwey Zoll lang, ist rund-lich , kriecht schief unter dein Boden in geringerTiefe, ist auswendig gelhröthlich und runzlich, mitschwieligen Narben oder Warzen bezeichnet, undIreiht eine grofse Menge fadenförmiger Fasern, diesehr lang und weifslich sind.

Die runden, schwachen, aufrechten Stengelsind glatt, krautartig, einfach, sehr biegsam, undzwey bis drey Fufs hoch.

Die gegenüberstehenden Blätter, mit kur-zen, etwas haarigen Stielen versehen, sind eyför-mig, lang zugespitzt, ganz ungethcilt und am Grun-de wenig herzförmig.

Die Blumen sind weifs und wohlriechendund stehen in kleinen gestielten Dolden, die ausden Blattwinkeln, besonders den obern hervorkom-men. An jeder Blume betrachtet man: einen ein-blättrigen , kleinen, bleibenden, in fünf schmale,spitzige, zurückgebogene Einschnitte getheilten Kelch,eine einblättrige, radförmige Blumenkrone, dieetwas glockenförmig und sehr tief in fünf ey förmigeein wenig schiefe, vor dem Oeffnen zusammenge-drehte Lappen getheilt ist; fünf Staubfäden, dieunten in eine bauchige, fünfeckige Röhre verwach-sen, in dem Grunde der Krone befestigt sind, undmit den Theilun^en derselben abwechseln; fünfkleine Schuppen, die um die Röhre der Staubfä-den als Anhänge derselben gelegen sind, und in de-ren Mitte die fünf Staubbeutel erscheinen; fünfschwarze, glänzende, gehörnte, mit einer längli-

chen Furche bezeichnete Körperchen, die et-was höher liegen als die Staubbeutel, und mit die-sen abwechseln; zwey obere Fruchtknoten dieeyförmig, zugespitzt und mit kurzen Griffeln ver-sehen sind; zwey grofse, dicke, fünfeckige, gena-belte Narben.

Die Frucht besteht in zwey bauchigen, läng-lichen, spitzigen, einfächerigen, einklappigen Balg-kapseln, worin viele dachzicgelförmig über ein-ander liegende und mit einer feinen, seidenartigenHaarkrone versehene Saamen enthalten sind.

Die Blüthezeit der gemeinen Schwalbenwurz istMay bis Juli. Die Wurzel derselben (Schwalben-wurzel, radix Vincetoxici s. hirundinäriae, ehedemauch das Kraut) ist offizinell. Im frischen Zustan-de hat die Wurzel einen starken, widrigen, hasel-wurzartigen, getrocknet aber kaum merklichen Ge-ruch. Ihr Geschmack ist erst süfslich, nachher bit-terlich und etwas scharf. Sie mufs entweder imMärz und April oder im Herbste eingesammelt werden.

Abbildungen.

Flor, du dict. d. scienc. med. livr. 12. p. 44-

Plenk icon. pl. med. t. i54«

Flor. dan. t. 849-

Sturm fl. germ. I. g.

Schkuhr Handb. t. 55.

Hayne term. bot. t. 4 2 « ^ 3.

St. Hilair e 21. t, 6.

Bulliard herb. t. 96.

Ludw. Ectyp, t, 25.

Kniphof cent. 3. n, i5.

Miller icon. t. 53.

Blackw, herb. t. gG,

Erklärung der Platte.

Taf. No.

1. Ein blühender Stengel.

2. Der Kelch.

3. Eine einzelne Blumenkrone.