Der Stengel ist aufrecht rund und mit vielenkurzen aufrecht-abstehenden Aesten besetzt. DieseAeste sind in der Mitte des Stengels am längsten,gegen die Basis und gegen die Spitze hin werdensie allmählig kürzer.
Die Blätter sind klein, oval, oder verkehrt-eiförmig, sehr stumpf, und, so wie der Stengel, miteinem dichten kaum sichtbaren hellaschgrauenFilz bekleidet. Die gröfsern, am untern Theil desStengels befindlichen, sind tief dreilappig, mit ei-nem größeren getheilten Lappen an der Spitze; dieübrigen sind gewöhnlich auf jeder Seite mit dreistumpfen Zähnen besetzt; in der Nähe der Blüthensind die Blätter sehr klein und fast ganzrandig.
Die Blüthen stehen auf sehr kurzen Stielchenin einseitigen Trauben an der Spitze der Aeste unddes Stengels.
Der gemeinschaftliche Kelch ist rund, aus sie-ben bis acht kleinen stumpfen gelblichen Schuppengebildet, von denen die inneren gröfser, abgerun-det, am Rande durchscheinend und gewimpert sind.
Die kleinen röhrenförmigen Blüthchen sindschön gelb.
Die Staubbeutel und das Pistill ragen nichtüber den Saum der kleinen Blumenkrone hervor.Die Achenien sind von weifslich-gelber Farbe, ei-förmig, gestreift und glatt.
Die Blüthen riechen stark, eigentümlich,flüchtig, aromatisch, ihr Geschmack ist bitter.
Wir nehmen hier diese Pflanze nach einemschönen Exemplar der Sieber'schen Sammlung auf,weil wir sie in unsrer Pharmacopoe und den meistenneuern Werken über Pharmakologie als die Mut-terpflanze des sogenannten Wurmsaamens (Se-men Cinae) angegeben finden. Diese Angabe wirdaber leicht durch den Vergleich dieses ArzneistofTes,und besonders der Levantischen Sorte desselben wi-
derlegt.
(N. v. E.)
Abbildungen.Pluckenet Almag. tab. 73. 2.
Erklärung der Tafel.
1. Die blühende Pflanze.
2. Eine Blüthe von der Seite gesellen, vergröfsert.
3. Der gemeinschaftliche Kelch mit dem Frucht-boden.
4« Derselbe vom Rücken gesehen.
5. Ein einzelnes Blüthchen, in natürlicher Gröfse.
6. Dasselbe vergröfsert.