\
Benennungen.
Deutsch. Der Wolverley. Das Fallkraut. Lucians-
kraut. Stichwurz. Bluttrieb. Laugenkraut,
Bergwegebreit. Hundstod.Franz, Le doronic ä feuilles opposees. L'arni-
que de montagne. Le tabac des Vosges,
Plantain de montagne.Italien. Arnica montana.
< Arnica.Port. )
Engl. The mountain arnica,
Holland. Valkruid. Wolverley. Alpische Goud-
bloem.
Dänisch, Volverley.
Norw. Guldblomme.
Scbwed. Fibler, Vild Ringblomma.
Auf Bergen durch ganz Deutschland, Die Wur-zel besteht aus einem einige Zoll langen braunen,etwa Federkiel dicken Wurzelstock (Rhizoma), derauf eine Seite zahlreiche einfache, hellbraune Wur-zelfasern ausschickt.
Der Stengel ist i|Fufs hoch, einfach oder mit zwey,seltener vier gegenüber stehenden, einblüthigenAestenversehen; er ist rund, zottig und etwas klebrig. DieBlätter stehen zu sechs an der Wurzel, wovon die dreyuntersten kleiner als die oberen sind; sie sind läng-lich, etwas stumpf, nach der Basis verschmälert»fünfnervig, oben dunkelgrün, rauh mit erhabenenPunkten, unten glatt blafsgrün; am Stengel findensich zwey oder zuweilen vier gegenüber stehendelanzettförmige kleinere Blättchen.
Die grofsen goldgelben Blüthen stehen einzelnund nickend an der Spitze des Stengels und derZweige, wo diese vorhanden sind. Der gemein-schaftliche Kelch (periclinium) besteht aus mehrerendicht an einander liegenden lanzettförmigen behaar-ten Blättchen von gleicher Länge. Die Blümchenim Strahl sind ohngefähr einen Zoll lang, gestreiftund an der Spitze dreyzähnig; die gewölbte Scheibeist länger als der Kelch.
Die hervorragenden Staubbeutel gehen nachder Entleerung des Pollens aus gelb in braun über.Die Achenien (Saamen) sind mit weifsen Haarenbesetzt. Die Haarkrone ist sitzend und besteht ausgewimperten weifsen Borsten,
Von dieser wichtigen Arzneipflanze werden sowohldie Wurzeln als die Blätter und Blüthen gesammelt(Radix, Herba et Flores Arnicae.) Alle diese Theilesind bitter und scharf, erregen leicht heftiges JNie-sen. Die Blüthen enthalten etwas ätherisches Oel,ein gelbes angenehm riechendes Harz, widrig-bit-tern ExtractivstofT, Gummi, Gallussäure, salzsaureund phosphorsaurc Salze. — Die Blüthen werdenhäufig von den Puppen und Larven eines Insektszerstört, von denen sie um so sorgfältiger gereinigtwerden müssen, weil die damit verunreinigten Blü-then, nach den Beobachtungen Le Merciers, Bre-chen und andere üble Zufälle verursachen. DiesesInsekt kommt auch hier häufig in den Arnika-Blu-men vor und ist Musca Arnicae L. nichtÄther ix maculata, wie es in einem Aufsatze inRuchners Rcpert. der Pharmacie (B. 3.) angegebenist. Wir verdanken der Güte des Herrn J. Hagen-bach eine sorgfältige Abbildung dieser Fliege, inallen ihren Zuständen, die wir hier mitzutheilen
nicht ermangeln wollen,
(N. v. E.)
Abbildungen.
Plenk. Jcon. pl. med. 023.Schkuhr. bot. Handb. tab. 248.
Flor. dan. tab. 5g5.
' 1 1 ~
Blackvv. Herb. tab. 5p,J.
Knorr. Delic. 2. t. A. 16.
Erklärung der Tafel.
1. Die ganze Pflanze.
2. Der gemeinschaftliche Kelch.
3. Ein Strahlblümcheu.
4. Ein röhreniörmiges Blümchen der Scheibe.
5. Der Fruchtboden mit zwey Blüthchen.
(Alle diese Theile sind in natürlicher Grofeedargestellt.)
6. Ein Achenium mit der Saamenkrone , vergröfsert.
7. Die Larve von Musca Arnicae in natürlicher
Grö fse.
8. Dieselbe stark vergröfsert,
9. Die Puppe desselben Insekts, in natürlicher
Gröfse.
10. Die Fliege selbst, stark vergröfsert.