Die Blüthen sind klein gelblich-weifs, einhäu-sig (monoici) und kommen in vielblüthigen ästigenRispen aus grofsen grünlichen einklappigen Schei-den in den Blattwinkeln hervor. Nach-dem Abfal-len des Blatts und der Scheide, erscheinen die Ris-pen nackt unterhalb den Blättern.
Die männlichen Blüthen nehmen dieSpitze der Rispe ein; der Kelch ist sehr klein, drei-theilig; die Blumenkrone besteht aus drei eyrund-lichen etwas spitzen Blättchen; die. sechs Staubfädensind an der Basis in einen, den unfruchtbaren Frucht-knoten umgebenden Ring verwachsen und tragenpfeilförmige gelbe Antheren.
Die weiblichen Blüthen sitzen einzeln anden untern Theilen der Rispe; der Kelch und dieBlumenkrone sind hier aus drei gleich grofsen cy-formigen ausdauernden Blättchen gebildet; der rundeFruchtknoten ist von einem sechszahnigen Ring um-geben, der Griffel ist dreitheilig mit einfachen Nar-ben, Die Frucht ist eine eiförmige, trockne, glatte,im Alter fasrige Steinfrucht: ihre Farbe geht durchgelb endlich in grau über. Die darin enthalteneNufs birgt unter einer dünnen, weifsen, braun ge-fleckten Schale den rundlichen braunen mit bogen-förmigen Streifen und einen weifslichen Nabelfleckenbezeichneten Saamen: diese Saamcn bestehen auseinem Aveifslichen am Rande mit strahlenförmigen,braunen Streifen marmorirten Eiweifskörper, an des-sen Basis sich der kleine, stumpfe, kegelförmigeEmbryo findet.
Aus den Früchten dieser Palme wird in Ostin-dien, und zwar auf der Küste von Coromandel, eintrocknes Extract bereitet, welches wir unter demNamen Catechu, Succus Catechu, Terra Catechu, Terrajapanica, als ein stark adstringirendes Mittel kennen.Uebrigens wird dieses Arzneymittel an andern Ortenauch aus andern Pflanzen gewonnen. Wir erhaltenes in platten, trockenen, harten aber zerbrechlichenStücken von verschiedener Gröfse; auf dem Bruchist es gleichsam erdig, von brauner Farbe; dasgleichförmig-braune Catechu (Catechu von Bom-bay) soll von dieser Palme, das mit helleren unddunkleren Schichten bezeichnete von Acacia Ca-
techu stammen. Beide Sorten sind ohne Geruch,von adstringirendem schwach bitterlichen Geschmack.Dave fand in 100 Gran:
Gerbestoff 54 Gran.
Fxtractivstoif 34^ —
Schleim ü£ —
Rückstand aus Kalk und Sand 5 —
(V. Hayne a. a. 0.)
Anmerk, Nach Francis Hamilton, der indem i.3ten Band der Lin. Transact. eine kri-tische Abhandlung über den Hortus malaba-ricus geliefert, wird es zweifelhaft, ob wirk-lich Catechu aus dieser Palme bereitet wird.Wir glauben diefs hier anführen zu müfsen,ohne dafs wir dadurch die Berichte von Hayne,der ebenfalls mehrere Jahre in Ostindien lebte,
äu widerlegen wagen.
(N. v. E.)
Abbildungen.
Plukenct Abnagest, tab. 3og. f. 4'-Rumph, Amb. p. i. tab. IV.Rheede Mal. p. i. tab. 5. G. 7. 8.Roxb. Corom. p. 1, tab. 75.Hayne Getr. Darst. Vol. VII. tab. 35.
Erklärung der Tafel.
Areca Catechu mit Früchten, verkleinert,(nach Hayne.)
i. Ein Stück der Blülhenrispe in natürlicher Gröfse.
2. Eine männliche Blüthe von unten gesehen.
3. Dieselbe, von oben gesehen.
4. Eine weibliche Blüthe.
5. Der Ring um den Fruchtboden.
(Diese 4 Figuren sind stark vergrüfsert.)
6. Die reife Frucht.
7. Dieselbe im Längsdurchschnitt.
8. Der Saamen»
9. Derselbe der Länge nach durchschnitten.
10. Der Embryo von oben gesehen.it. Derselbe von unten gesehen.
Berichtigung-Zeile 3 statt Dave 1. Davy.— 15 — Ha\ne L Heyne.