Franz,
Benennungen:
G r i e c h, *{KTO«T«<puAt|; *{kov *r*Qv\ti,Deutsch. Die gemeine Sandbeere, Die Bären-traube. Bärenbeere. Steinbeere, Diespanische Heidelbeere,
La bousserolle. le raisain d'ours, far-bousier trainant,
Corbezzolo uva dWzo.
Uba de Oso. Ubaduz» Gayuba,
Uva de urso,
The trailing arbutus. Bear berry,
Beerendruif. Mehlbessen.
Meelbaer Riis.
Meelbaer. Miölbaer.
Mjölon.
Toloknjanka. Tolujanik,
Borowka.
Medve szolö.
Jtal,
Span,
Port.
Engl.
Holl.
Dan.
Norw.
S c h w e d.
Russ.
Poln.
üng.
Dieser niedrige Strauch wächst in Spanien,Frankreich, in einigen Gegenden Deutschlands, undin andern Ländern des nördlichen Europa; auchin Canada. Er wird an kalten, unfruchtbaren Or-ten angetroffen und liebt gebirgige, steinige, san-dige und schattige Gegenden.
Die Stengel sind schwach, dünn, strauchar-tig, gewöhnlich niedergestreckt, ästig, glatt, zweybis vier Fufs lang, und entspringen zu mehrern auseiner Wurzel. Die jungen Triebe sind röthlich undleicht wollig.
Die längs den Asten zerstreuten, abwechseln-den , ziemlich nahe bey einander stehenden kurzgestielten, kleinen immergrünen Blätter sind läng-lich- eyförmig, am Grunde schmäler, nach derstumpfen Spitze zu breiter, ganz ungetheilt, meis-tens am Rande etwas rückwärts gekrümmt, glatt,lederartig, dick, steif und ziemlich hart. Die Ober-fläche ist dunkelgrün; die Unterfläche mit feinen,netzförmigen Adern durchzogen und hellgrün, Bey-de Flächen sind etwas glänzend.
Die Blüthen sind weifs-röthlich, hängend undbilden an dem Ende der Zweige kurze, einfacheTrauben, Die Deckblätter sind lanzettförmig undgefärbt.
Iede Blume besteht aus einem sehr kleinenbleibenden, stumpf-fünftheiligen Kelche; einer ein-blättrigen, eyformigen fünfspaltigen Blumenkronemit stumpfen, zurückgerollten kleinen Lappen; auszehn im Grunde der Blumenkrone eingefügten, un-ten sehr zarten, in der Mitte bauchigen Staubfäden,die halb so lang sind als die Krone und leicht
zweyspaltige, überhängende Staubbeutel tragen jaus einem obern kugeligen, auf einem mit zehnPunckten bezeichneten Blumenboden sitzenden.Fruchtknoten, der mit einem walzenförmigen Grif-fel versehen, welcher aus der Krone hervorragt»und sich mit dicklicher, stumpfer Narbe endigt.
Die Frucht ist eine rundliche, erst grüne Bee-re, welche bey der Reife eine schöne, rothe Farbeannimmt. Sie ist in fünf Fächer getheilt, und ent-hält fünf kleine knochenartige Saamen.
Die Blüthezeit ist April bis Juni.
Die Blätter (Bärentraubenblätter, Sandbeeren-blätter, folia uvae ursi) sind offizinell.
Zum Arzneygebrauche werden im April undMai die jungen Blätter eingesammelt. Sie besitzenfrisch getrocknet einen schwachen, süfs-holzähnli-chen Geruch, und einen bitterlich zusammenziehendenGeschmack.
Diese Blätter sollen zuweilen mit den Blätternder Freufselbeere (Vaccinium Vitis idaea L.) wel-che gröfser, dünner, eyrund, am Grunde breiteroben schmäler, und auf der Unterfläche mit klei-nen blafs - bräunlichen oder braun - schwärzlichenPuncten bezeichnet sind; so wie auch mit den»gröf-sern, eyrund oder rundlichen, heller grünen, un-ten weder netzförmig geäderten noch braun punk-tirten, frisch einen unangenehmen Geruch und wi-drig-bitterlichen , nicht zusammenziehenden Ge-schmack besitzenden Blättern des Buxbaums (Buxussempervirens L.) verwechselt werden,
Abbildungen.
Flor, du Dict. des scienc. med. livr. 21, pl, 8a,Plenk Jcon. pl. medic. 34o.Reiter und Abel. Abbild, tab. 9t,Oeder. fl. Dan. t. 33.Light f. fl. Scot. t. n.Linn. fl. Läpp. tab. 6. fig. 3.Black well. Herb. t. 592.Kniphoff. Gent. 9. 10.
Erklärung der Platte.Taf. No.
1. Ein blühender Zweig.
2. Eine einzelne Blumenkrone, der Längenach ge-
öffnet; wo am Grunde die zehn Staubfädensitzen.
3. Fin einzelner Staubfaden, vergröfsert.
4. Der Griffel auf dem Fruchtknoten vom Kelche
eingeschlofsen, wenig vergröfsert,
5. Eine Beerentraube.