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Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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gener, -««.«.^etwas abstehend.

den Winter recht gut; nur sind den sehr früh auf-gehenden ßlütheu die späten Fröste oft nach (heilig.

Sein Stamm ist uneben und mit aufgesprun-aschfarbiger Rinde bedeckt. Die Aeste sindDie Rinde der jungem Zweigeist glatt und hellgrünlich.

Die Blätter stehen abwechselnd, über undunter den Blumen auf Zoll langen Stielen. Sie sindey-lanzettförmig, lang zugespitzt, fein gesägt undauf beyden Seiten glatt. Die untern Sägezähne, sowie der obere Theil der Blattstiele sind drüsig.

Dieblafsrothen oder röthlich-weifsen, aufsitzendenB1 ü t h e n sind hin und wieder, zuweilen einzeln, öfter

aber gepaart,

längs den Aesten zerstreut.

Der ab-

fallende Kelch ist einblättrig, rührig, unterhalb be-findlich und bat fünf stumpfe, abstehende Einschnitte.Die Krone, welche grölscr ist, als der Kelch, be-steht aus fünf gleichförmigen, stumpfen, ausgeran-deten, rosenförmig geöflheten Blumenblättern.An den innern Seiten des Kelchs sind gegen 3ofadenförmige, aufrechte Staubfäden befestigt,welche halb so lang sind, als die Krone und ein-fache Sta ubbeute 1 tragen. Der Fruchtkno-ten sitzt oben, ist rundlich und fein behaart. DerGriffel ist einfach, so lang als die Staubfäden undhat eine kopflörmige Narbe.

Die Frucht, eine Steinfrucht, ist grün-lich, eyförmig, zu beyden Seiten platt, aus einerziemlich dicken, festen, wenig saftigen, lederarti-gen, wolligen, gegen die Basis breitern, aufspringen-den Schale bestehend, welche eine gelbbräunliche glat-te, doch mit vielen Löchern und an beyden heilen miteinem Rande versehene, dik oder dünnschalige, harteoder zerbrechliche Nufs bedekt. Diese Nufs enthält ei-"nen spitzigen, e) förmigen platten Kern, die Man-del, welche auswendig mit einer braungelben, ge-furchten, mit gelbem Staube bestreuten Haut über-zogen , inwendig weifs ist, bitter odei'süfs, je nachder Varietät des Baumes, wovon sie kommt, schmeckt,an ihrer Spitze einen herzförmigen Keim hat undleicht in zwey Halftert zu theilen ist.

Die Blüthezeit des Mandelbaums ist Ende Apriloder Anfangs Mai vor dem Ausbruch der Blattei-.Die Frucht reift im September und üctober. DieFortpflanzung defselben geschieht durch Kerne, wel-che noch in ihren Schalen enthalten sind; bey denbesondern Abarten aber durch Pfropfen urtd Okuli-ren auf junge, aus Kernen gezogene Mandelbäu-me, auf Pflaumen -Pfuschen- und Aprikösenwildlin-ge. Er liebt einen sandigen lockern Und leichtenBoden.

Die Kerne der Nüfse oder die gewöhnlichenMandeln (Amygdake) wovon es süfse (Amygdakedulces) und bittere (Amygdalae amarae) giebt, sindoffizinell.

Die süfsen Mandeln kaben einen sehr an-genehmen, süfslich-öligen Geschmack mit etwas ge-würzhaftigkeit. Es giebt davon in Hinsicht derGröf-se Und Güte mancherlei Sorten, Von denen man dieitaliänischen und valencer als die grösten undwohlschmeckendsten den Provencer und barba-dischen vorzieht. Aufserdem erhält rnan auch nochim Handel, die in einer leicht zerbrechlichen Schale

eingeschlofsenert Krach- oder Knackmandeln,ebenfals süfsschmeckende Mandeln, welche von ei-ner besondern Spielart des Mandelbaumes abstam-men sollen.

Die bittern Mandeln kommen von einer andernVarietät des gemeinen Mandelbaumes mit kleinererFrucht, sind kleiner als die süfsen und haben eineneigenen Geruch und bittern Geschmack, der vor-züglich in ihrem graubraunen Oberhäutchen steckt.Sowohl die süfsen als die bittern Mandeln liefernmit Wafser angestofsen eine weifse Saamenmilchund aus beyden erhält man durch Ausprefsen einsüfses, mildes, blafsgelbliches flüfsiges nach Man-deln riechendes und schmeckendes Oel (Oleum a-imgdalarum) welches eines kleinen Antheils vonSchleim wegen, im frischesten Zustande immer eina\ enig trübe ist. Es wird bald ranzig und unbrauch-bar; gerinnt erst bey einem sehr hohen Kältegradeund nimmt dann eine schuppicht-blättrige Form an.Bei einer Verfälschung dieses Oels mit Baumöl, wel-che sich schon durch den Geruch und GeschmackVerrä;h, gefriert es schon in geringerer Kälte. DerRückstand von der Ausprefsung des Oels aus densüfsen und bittern Mandeln wird zerstofsen, Man-delkleye, (furfur amygdalar.) genannt. Durch Des-tillation erhält man Vorzüglich aus den bittern Man-deln eine geringe Menge eines ätherischen Oels^(ol: aether: amygdg: amar:) welches im Wafserzu Boden sinkt, einen sehr durchdringenden-, be-täubenden Geruch besitzt Und so wie das Kirsch-lorberöl als Gilt wirkt. Diesem Oele hat das überbittern Mandeln abgezogene Wafser seine Wirksam-keit zuzuschreiben.

Die angefrefsene, Wurmstichige, zerbrochene,zu alte Und schlecht aufbewahrte Mandeln werdenleicht ranzig, bekommen einen widrigen Geschmackund inwendig gelbe Flecke, trocknen stark zusam-men, werden sehr hart oder zähe, zuweilen inwen-dig ganz gelb und wachsartig weich, und dürfen nichtzum Arzneygebrauch angewendet Werden.

Abbildungen.

Elor. d. dict. des sc. med. livr. 5. pl. io.

Du Hamel ed. nov. Michel. IV. n. 9.9.

L a in. illust. gen. t* 43o. £ 2 -

Plenk ic. pl. off. t. 385.

LudW. ect. tab. 177.

Regnault bot. icon.

Miller icon. t. 28. flg. ii

Knorr del. tab. M. f. 1.

Knipph. cent. 6. rt. 5.

üodom pempt. 798.

Erklärung der Platte.Taf. No.

i» Ein fruchttragender Zweig.

2. Eine einzelne ßlüthe.

3. Der Kelch worauf die Staubfaden festsitzen.4- Die äufsere lederartige Schale der Frucht,5. Die mit harter Schaale umgebene Nufs.

6 Und 7, Der innere Mandelkern.