Mehrteiliges Werk 
Plantæ medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen
Entstehung
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Benennungen:

G riech. «Aoi),

Deutsch. Die gemeine Aloe.

Franz. L'aloes ordinaire, le faux suecotrin.

Ital. Aloe ordinario.

Span. Aloe verdadero, vulgo Zabila.

Port. Aloe verdedeiro.

Engl. The Barhadoes Aloe»

Ho 11. De echte Aloe.

Dan. Aloe.

Schwed. Aloe,

Ursprünglich in Afrika zu Hause ist die Aloenach Asien, Amerika, Spanien, Sicilien, überhauptnach dem Südlichen Europa gebracht worden, wosie in einigen Gegenden einheimisch geworden undseihst auf Dächern und Mauern angelrofl'en wird,Auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung wächst siein so grofser Menge, dafs die Berge damit von derSpitze bis zum Fufse dicht bedeckt sind. MehrereArten derselben werden bey uns ihrer fleischigenBlätter und ihres besondern Auslandes wegen alsGarten-Zierde in Töpfen oder Kübeln gezogen unddes Winters in Glashäusern unterhalten.

Die Wurzel dieser strauchartigen Pflanze istfleischig, bräunlich und bildet zahlreiche Wurzel-fasern.

Die Blätter sind dick, und sehr saftig, auf-rechlstehend, schwertförmig, gezähnt, gegen zweyFufs lang, am Grunde beynahe drey Zoll breit,bisweilen gefleckt, und umfassen den aufrechten,runden Stamm; aus der Mitte derselben erhebtsich der Blüthenstengel, der länger als diese, ästigund mit kleinen Schuppen bedeckt ist.

Die Blumen hängen traubenförmig am obernTheile des Stammes und der Äste herab, sind wal-zenförmig, roth oder gelb von Farbe und an derMündung grünlich.

Der Kelch fehlt. Die Blumenkrone isteinblättrig, glockenförmig, sechsspaltig; der Randderselben geöflhet; die Röhre höckerig, im Grundemit Honig angefüllt. Die sechs pfriemenförmigenStaubfäden sind ein wenig länger, als die Kro-

ne, stehen im Blumenboden, und tragen längliche,aufliegende Staubbeutel. Der Fruchtknotenist eiförmig; der Griffel so lang als die Staub-fäden; die Narbe stumpf und dreispaltig. DieFrucht ist eine längliche, dreyfurehige Kapsel,hat drey Fächer, drey Klappen, und enthält vieleeckige halbkreisförmige platte Sa amen.

Die Aloe blüht bey uns in 6 bis 7 Jahren,träfft aber nie Saamen. Sie wird meistenlheils durchdie jungen aus der Wurzel hervorkommenden Spröfs-linge fortgepflanzt.

Der harzige, gummige eingedickte Saft derBlätter, (Gummi Aloes s. Aloes) Aloe ist offi-zinell. Dieser Saft wird von verschiedenen Artengewonnen, und ist bey der rothen Aloe näher be-schrieben.

Abbildungen!

Flor, du dict. des scienc. med. livr. 5. pl. 18.

Dodonaeus pempt. 35f).

Blackwell herb. ed. trew. cent. 3. t, 22g.

PI um. mss. 5. t. 55»

R e g n a u 11 bor. vol. 3.

Camerarius epit. p. 45o.

Munt. phyt. f. cjö. p. 20.

- - aloid. fig. 19. icon, mala.Weinmann Phyt. icon. t. 43.Fuchs pag. 137. icon. sine flore.Besl. bort. Eynst. auf. 4. örd. fol. 2. f. 1,Moris. bist. 1. p. 4*4» 5> 4« t. 22. f. 1,Park. Theat. 1%,Mar kg. ßras. 37.

Erklärung der Platte.Taf. No.1. Der obere Theil des Blüthestengels,2« Der obere Schopf der Bh'iilcr mit dem oben

abgeschnittenen Blumenstengel.3. Staubfäden und Pistill am Fruchlboden festsitzend.4» Pistill und Fruchtknoten allein.5 und 6. Einzelne abgeschnittene Einschnitte der

Blumenkrone.7. Die ganze Pflanze, sehr verkleinert.