20 Ot8.
20 Ots.
ans ^nlililüim
Das Jahr ist wieder einmal 'rum,D'rnm komm ich, liebes Publikum,Und bring nach alter Fastnachtssitte,Die Windmühle in deine Mitte.
Gar vieles soll dir werden klar,
Was bisher noch im Dunkeln war,Die Laune und der Thorheit SündenWill ich mit Umsicht dir verkünden.
Doch bitt ich dich, aus meine Ehr,Nimm meine Worte nicht zu schwer,Sollst könnte ich in spätem Jahren,Bon deinem Treiben nichts erfahren.
D'rnm werde ja nicht zn gescheidt,Es thüt mir um die Windmühl leid:Für sie ist nur der Unsinn Säumen,D'runl pflege ihn in Ewigkeit - Amen.
Herr Fritschivater!
Hören Sie mich an!
rssrn-t ein nvror Wettermann,— — ^
Mit Wassersrosch und BarometerErforsche ich im Gau das WetterUnd sag' es wochenlang vorherWie's kommen müsse ungefähr.
Nun wollet Ihr in schmucken BildernAm Donnerstag die Zukunft schildernUnd dachtet nicht, als halbe Götter,
An's alleriäglichste: an's Wetter.
Ihr habt es also schon vergessen,
Wie's neunundachtzig ist gewesen,
Wo Ihr von der Aegypter PlagenDie näßefte mußt grämlich tragen?
Darum will ich Sie hoch beschwören,
Für dieses Jahr auf mich zu hören.
Denn mich befällt ein Seelengrauen,
Ich schaue zu dem Napfe hin,
Es ist dem Wetter kaum zn trauen,
Schon sind die verhexten Lüftchen drinn.
Die Dunstgebilde schnell verschwinden,Zukunftsstürme thuts verkünden.
Entrauscht dem Sumpf von PanamaDurchrasten sie Amerika,
Sie stürzten toll und schadenfrohDas Bretterhans von Chicago,
Erschrocken selbst am Höllenkrach,Durchwühlten sie den großen Bach.
Ich witt're ste nun in der Näh'
Ter Zoll-Schutzwand des Melinö.
Natürlich stellt sie diese nicht,
So laut auch der Franzose spricht.
Inzwischen aber habt Ihr Zeit,
Doch nützt sie aus, bevor es schneit.
Um also Unheil abznwehreu,
Ergreift das Jnitiativ-Begehren,
Damit durch M-Haken
Die blaue» Dünst' wir listig packen,
Dann kann der Bund rach unfern HeftenVerfahren k.'cb' nü» „, —
Die schadendrohende MetrologieVergebe man ihm, in Regie.
Es mag dann hudeln, krachen, blitzen,
So muß er für den Schaden schwitzen,Das Wetter wird sein MonopolGerade wie der Alkohol,
Der Bund creirt für's ganze LandEin eidgenössisch (Donner-)Welteramt;Nach neu'ster Lehr von Dr. Falb,
Wird's Wetter billiger um's Halb.
Er könnt' es halt on Zros beschaffen,
Wie den Feinsprit und die Waffe»,
Nur dürft er's nicht in Frankreich holen,Sonst müßte man es hoch verzollen.
Er muß die Wolkenpäß' befestigen,
Um diesen Nachbar zu belästigen.
Den nächsten Frühling vorderhandBeziehen wir aus Maienland.
Zwar steigt er ungern wohl und schwerVom Himmelszelt durch's Nebelmeer,
Doch kommt er sicher und gewißNoch früher uns als von Paris,
Dieweil sie exportiren dorten
Mit Freuden nur znm hohen Norden,
Wo ihre warmen MillionenAusthauen das Eis der kalten Zonen,
Bis zaubervoll ein RegenbogenUmbrückt die finstern Newa Wogen.
Der Wolken Kurses DifferenzenBegleichen wir an Landesgrenzen.
Bald haben doch sich aus der WeltDie Fremden schaarweis eingestellt.
Das schöne Wetter wird von Nöthen,
Da pfeifen wir auf F-riedensflöten.
Ist irgendwo in einem NestEin Sänger-, Schützen-, Maskenfest,
^ Und trifft nicht prächtig Wetter grad,
>_MKnvrii-t yMn bnle keim,B>nidesralk.
Er schone uns mit Sonnenflecken,
Kein Mondskalb darf die Jungen schrecken,Wenn sie um Mitternacht noch gerneAufschauen hold in Augensterne,
Beim Donnern auch darf's nicht mehr knallen,Das wird den Frauen wohl gefallen;
Daun werden auch GardinenpredigtenDie Ehemänner nicht mehr schädigen,
Es schlafet Mann und Weib getrost.
Und sicher vor dem FrühlingssrostGedeihen alle Hoffnungsblütheu,
Die wonnig sanfte Seelen brüten.
Es muß natürlich fruchtbar seinFür Gräserwuchs und für den Wein,
So daß die ärmsten Leut selbst fetterEntwickeln sich im Zukunftswelter.lind alle sozialen FragenVerfächelu voller Wohlbehagen.
Sobald es pfeift in anderm Ton,
Begehre man Revision.
Dem Schweizervolk als SouverainWird alle Zeit das Recht znsteh'n,
Wenn etwa dann es könnte fehlen,
Die Exekutive neu zu wähle».
Also hoher Fritschivater, leer'Zukunftsuuterschristen herUnd gehen Sie hurtig drauf losMit gewaltigem Aktenstoß,
Es hilft ja beiderlei Geschlecht
Und paßt dem Herren wie dem Knecht.
Indessen laß' Sie herzlich grüßen.
Als Adresse mögen's wissen:
Mein Wappenthier ist eine GansUnd der Name
Faft»8.d8.