30Vorerinnerung.fert und ganz muthloß gemacht, um andereMittel zu suchen, bey welchen sie dochnoch Genesung hätten finden können. Esist zwar natürlich, daß unter der Mengeder Kranken, so zu diesem Weibe laufen,einige auch von solchen so mit desperatenUebeln behaftet waren, genesen; theils, weileinige von diesen Uebeln während der Zeitvon der Natur genesen wurden; und theilsauch einige vielleicht würklich durch den Ge-brauch der von dem Weibe gegebenen Arz-neien. Ein Fall der auf diese Art nunglücklich ausfället, erreget zehnmal mehr En-thusiasmus beim gemeinen Mann, als zwan-zig Fälle, wo die Kranken entweder durchdie vom nemlichen Weibe gegebene entwe-der offenbar in dem Uebel schädliche oderunwürksame Mittel, unleugbar starben. Mansollte daher erst das Verhältniß, so diejeni-gen Fälle wo die Kranken genesen, mit den-jenigen wo sie sterben, haben, und diesesgenau untersuchen, alsdenn würde sich mitvollkommenster Evidenz ergeben, ob eine sol-che Pfuscherinn dem Staat Nutzen oderSchaden brächte, ob sie in selbigem zu dul-den wäre, oder nicht. Wie wahr ist nichthier dasjenige was der philosophische undmenschenfreundliche Verfasser in Absicht aufdergleichen Pfuschereyen im deutschen Mu-seum
Druckschrift
Patriotische Vorschläge zur Verbesserung der Medicinal-Anstalten hauptsächlch der Wundarznei und Hebammenkunst auf dem platten Lande
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten