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Die Umwandlung des Benediktinerklosters Ellwangen in ein weltliches Chorherrenstift (1460) und die kirchliche Verfassung des Stifts : Texte und Darstellung
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350 Erster Teil. IV. Kap. Umwandlung des Klosters Ellwangen.

in dieOberlande" des heiligen Reichs komme, vor der kaiserlichenMajestät persönlich erneuern. J )

Das Jahr 1460, das die Umwandlung der ehrwürdigen StiftungHariolt's in ein weltliches Stift sah, bedeutet einen Markstein in derGeschichte Ellwangens. Grund genug, an diesem bedeutsamen 5Wendepunkt auch noch die Männer ins Auge zu fassen, derenHaltung damals über das Schicksal des Klosters entschied; mehrerederselben sind uns schon im Laufe unserer bisherigen Untersuchungbegegnet. War um die Mitte des 14. Jahrhunderts die Zahl derKonvcntualen (ohne etwaige Konversen und Pfründner) auf zwanzigfestgesetzt worden, so war der Personal stand des Klosters 10zur Zeit der .Säkularisation viel geringer; es ist nicht zu verkennen,dass es demselben in der letzten Zeit (seit dem Brand im Jahre1443) infolge der traurigen äusseren und inneren Verhältnisse inempfindlichem Mass am jungen Nachwuchs fehlte.

Den Abt und ersten Fürstpropst Johann (II.) von 15H um heim (seit 1452), haben wir bereits kennen gelernt; ihmpersönlich brachte die Umwandlung kein Glück, da er, wahr-scheinlich infolge fortdauernder Zwistigkeiten mit seinem Konventund Kapitel,*) schon nach wenigen Monaten auf seine WürdeVerzicht leistete; er starb am 20. Juni 1480 und wurde in der Stifts- 20kirche beigesetzt.

An der Spitze des Konvents, der zuletzt mit Einschlussdes Dekans nicht mehr als neun oder zehn stimmberechtigte Mit-gliederzählte, stand der Dekan Georg vom Stein von Diemant-stein. Bei der Umwandlung des Klosters in seiner Würde bestätigt, 25schied er am 26. Juli 1483 aus dem Leben.

Die letzten K o n v e n t u a 1 e n des Klosters undzugleich ersten Chorherrn des Stifts treten in demN'otariatsinstrunient vom 26. Dezember 1459 3 ) nach dem Dienstalter,

') Nr. IX S. 6870.

*) Vgl. WVjli. 1908 S. 160. Ich möchte nunmehr annehmen, dass dieDifferenzen, welche infolge der vom Kardinal von Augsburg befohlenen Zurück-nahme der geheimen Abmachung vom 28. Februar 1460 entstanden waren, zuseinem Rücktritt von der l'ropstei geführt haben.

") Oben S. 18. Der Raumersparnis halber unterbleiben im folgenden dieQuellenbelege. Wie man siebt, kann der Personalstand des Jahres 1460 nicht mitabsoluter Sicherheit ermittelt werden. Doch ist Bus]'s Angabe, dass die Zahlder Konventualen im .1. 1460 aui sieben herabgesunken war (KL. IV, 419),sicher unrichtig. Busl hat den Satz der Beschreibung des Klosters von 1459,dass bishernur sieben oder acht Herren im Gotteshaus gewesen sind, die Mess