220 XXV. Bestätigung des Rechts der Propstwahl.
XXV.Papst Paul II. bestätigt dem Kapitel das Recht der freien Propstwahl.
Rom. 1545 Juli 10.Über die Veranlassung zu dem Gesuch des Dekans undKapitels sei kurz folgendes bemerkt. Bereits nach der Resignation 5des Propsts Albrecht IL. (Thumb von Neuburg) hatte das Stifts-kapitel trotz energischer Gegenwehr sein Wahlrecht gegen über derpäpstlichen Provision nicht behaupten können und seinen Kandi-daten Johann von Gültlingen schliesslich fallen lassen müssen.*)Unter dem neuen Propst, Pfalzgraf Heinrich, Bischof von, Worms 10und Freising, drohte bald von neuem dieselbe Gefahr. Seit Endeder dreissiger Jahre trug sich derselbe nämlich mit dem Gedanken,einen Vetter — einen der nachgeborenen Söhne Johanns II.Grafen zu Sponheim (150!) — 1557) — als Koadjutor mit demRecht der Nachfolge anzunehmen. 2 ) Schon während der Jadamaligen Verhandlungen, die zu keinem Ergebnis führten, suchtenDekan und Kapitel in Rom um Bestätigung der freien Propstwahlnach und forderten ihren römischen Agenten auf, eine etwa geplanteResignation des Propsts zu verhindern. Derselbe musste jedocherklären, 3 ) dass er leider ausser stände sei, dies zu verhindern oder 20auch nur das Kapitel rechtzeitig davon zu benachrichtigen: Natusuiiitinis dominus noster (Paul III., 1534 — 1549) absque aliqua dif'ti-etiltate seu dilatione semper admittit resignationes omnium in mani-Ihis suis resignare volencium, adeo quod omnino impossibile forethuinsmodi resignacionem impedire, nisi cum maximis favoribus ali- 25cuius magni prineipis, qui desuper scriberet ad suam sanctitateiuexponendo eidem causas sufficientes et legitimas, (innre dieta resig-nacio in favorem consanguinei ipsius prepositi admittenda nonveniret. Hac enim via, licet cum maxima difficultate, fortassishuinsmodi resignatio impediri posset. Einige Jahre später, am 80~>S. April 1545, sprach Pfalzgraf Heinrich in geheimer Abmachung,ohne sein Kapitel zu hören, wirklich seinen Verzicht auf die
') Vijl. Giefel, Streit um die gefürstete Propstei Elltvatigen im Zeitalterder Reformation, in WVjh. Lys4 S. 170—176, 241—253; OAEllwangenS. 464 f.: oben 8. 176" und 105f.
') Diese Verhandlungen .sind noch ganz unbekannt; Fast, 104 enthält5 Aktenstücke betr. die Koadjutovci aas den Jahren 1538 — 1544.
') Bruchstück eines Schreibens an den Dekan in Kit/rangen, ohne Jahr;Fase. tat.