XXL Statuta. Alberti 1506. 185
Auch in der Folgezeit hörten, so dürftig auch die Quellensind, die aus dieser Zeit vorliegen, die Irrungen zwischen Albrecht II.und, dem Kapitel niemals auf, sodass mehrmals „päpstliche Kom-missarien und. Wittkürrichter" 1 ) eingreifen oder Kommissionen vonDoktoren'*) zu Hilfe genommen werden mussten. Die nähere Ver-anlassung und der Verlauf der Streitigkeiten entzieht sich zwarunserer Kenntnis; aber wir haben Grund- zu der Annahme, dass
gewell das sollicher Resignation, so ich meynem gnedigen herrn Hertzog Hein-richen gethon, kain Verhinderung beschehen soll durch ainich freyhaiten,gebrauch, Statuten oder Ordnungen, von wem die gegeben oder hergebracht, obsie auch gleich wol gelobdt und geschworn wem; zeuch mich desz alles auffdie bäbstlichen Bullen, bewilligung und Conflrmation. Diese Ausfüllung istganz gutreffend; ex ist nicht zu zweifeln, dass der Papst auf Antrag desPropsts die neuen Statuten als „illiciia, impossibilia, iuri communi et obedien-tiae contraria et in delrimcntum iuris et iurisdictionis praepositi" erklärt undAll/recht seines Eides entbunden hätte; vgl, eine ähnliche. Entscheidung zu-gunsten des Fuldaer Abts Heinrich VII. vom Jahr 1367 hei /lichter, Statutaeccles. Fuldens. S. XIV f.
') Solche werden in einer Urkunde vom 3. Januar 1514 genannt: Vertragbrieff durch Probst Albrechten zu Elwang von wegen Dechan und CapiÜ undder Vicarien daselhs ihrer Spcnn und Irrung halben uffgericht, Abschrift imDiplomatar: Vertrag zwischen Probst und Oapitul Tom. II .S". 15—49.
*) Der zeitgenössische Prior von Hehdorf, Kilian Leib, berichtet in seinenDiarien (herausgeg. von J. Schlecht 1909 = Beformationsgeschichtliche Studienund Texte herausgeg. von J. Greving Heft 7, S. 79) zum Jahr 1513: Circa,s - Martini solemnia dissensio, quae dudnm inter canonicos et vicarios collegiiElvacensis exstiterat, intervenientibus doctore Lupdich (Johann Lupfdich»w Tübingen), magistro Joanne Ganf (unbekannt), Jac. Heinrichmann (Domherrund Generalvikar in Augsburg), pace inter partes composita sedata est. Wirhaben in den genannten Doktoren vielleicht die in der Urkunde vom, 2. Januar 1514erwähnten päpstlichen Kommissarien vor uns. — In dem Fase. ISO des StFA.(Kasten 10, Fach 8) findet sich das Bruchstück eines Schiedsspruchs, denLenhart appte des wirdigen gotzhaws zu Adlberg (Leonhard Dürr, Abt vonAdelberg 1501—38), Ulrich Krafft pfarrer zu Ulm (seit Ende 1500 oder 1501'"'•v 11. April 1616; vgl. OAUlm II, 328), Hennbrand pfarrer zu Nordlingen( Emmeram jHaimprand] Wager von Marktoffingen, decretorum doclorBononicnsis vom 23. August 1474, Pfarrer in Nordlingen [schon vor 14S5]u ud Ottingen, f zu Nordlingen 1516 Dezember 23: vgl. G. Knod, DeutscheStudenten in Bologna [1S99] S. 605 f. Nr. 4037; Steichele, Bistum Augsburg III,OSO Anm.) und N. all vier doctores in einem Streit zwischen Propst Albrecht (II.)und Dechant und Kapitel fällten. Leider ist nur der erste Artikel ( betr. zweiLevitenpfrunden, die der Propst, als Dechan und Cappittel vermaintend, aufge-loht haben sollt) erhalten und lässt sich der Zeitpunkt nicht genauer ermitteln(wahrscheinlich mit dem von Leib erwähnten Schiedsspruch ziemlich gleichzeitig,-"''scheu 1510 und 1515).