126 XII. Statuta Petri 1460.
Kap. 52. In quovum omniuni et singulorum fidem et, testi-monium premissorum presencia statuta et ordinaciones conscribi etnostri sigilli appensione iussimiis roborari.
oben S. 31). Anderwärts waren die Verhältnisse nicht besser. Die Domkirchein Augsburg z. B. litt damals solchen Mangel an Büchern, besonders an Psal-terien, Antiphonarien und Gradualien, in t;mtum quod docima pars canoni-corum, vicariorum et clericorum tocius ccclesic vis libroa habeat, in quibuBDeo psalllere et vota sua rcddere valeat, was zur Folge hatte, dass viele der-selben zur Zeit des Gottesdienstes im Chore schwatzten oder massig in derKirche umhergingen oder ausserhalb derselben sich mit welllichen und uner-laubten Dingen beschäftigten. Um wenigstens gegen Ende seines Lebens nochden Anfang mit der Besserung dieses unerträglichen Zustandes zu machen,vermachte Kardinal Peter am 6. März 1465 die in seiner Hofkapelle inDillingen gebrauchten Bilclier der Domkirche (Mon. Bo. 34b, 49s.). Audi inEllwangen musste zunächst private Stiftung eingreifen, um dem ärgsten Mangelabzuhelfen. Am 15. Juni 1480 beschlossen Dekan und Kapitel dem (damalsnoch lebenden) Stiftsvikar Hans Ilertfeld, der „um seiner Seele Heil willen unsund unserm Stift ein Messbuch um 24 fl. gekauft und in unsern Stift gegebenhat," nach seinem Tod alljährlich sein Jahrzeit mit Vigil, Placebo und Amtzu begehen (Diplomatar ,,Nr. 4-' AbgeschrifTt allerlay Brioff Fol. 211). Inzweiter Linie sollten wissenschaftliche, speziell pastoraltheologische und aszc-tische Werke zur beruflichen Fortbildung der Sliftsgcisllichen erworben, werden.So schenkte Kardinal Peter 1465 an seine Domkirche auch das sog. Oatholicondes Johannes Januensis (Giovanni Balbi Ord. Praed.; über das Werk undGutenbergs Mainzer Frühdruck vgl. KL. VI, 1677f.), utili« simplieibus etimperfectis clericis atque necessarius; es solle angekettet an einem den Geist-lichen leicht zugänglichen Ort aufbewahrt werden (Mon. Bo. 1. c.); vgl. dieBücherschenkungen des Kardinals und anderer hochgestellter Geistlichen ansKloster Füssen (Mon.Bo. 34a, 1 s.\ Steichele IV, 305). —• Über die EllwangerStiftsbibliothek zur Zeit der Säkularisation durch Württemberg vgl. Chr. Fr.Stalin in Württ. Jahrb. 1837, S.377 f.; OAFllwangen S.493; Frzberger, Säkula-risation S. 201 f. Sie „gehörte zwar nicht zu den allerreichsten Neu-Würtem-bergischen Bibliotheken, ist namentlich in ihrer spätem Zeil nicht fortgesetztworden" (Stalin a. a. 0.; sie soll etwa 12000 Bände umfasst haben), besassaber doch einige handschriftliche Schätze von Belang. Übrigens unterscheidendie angeführten Arbeiten gar nicht zwischen der fürstlichen d. h. 2> r öpstischenHofbibliothek („bibliotheca aulica Elvacensis") — sie befand sich wohl imfürstlichen Schloss, seit Mitte des 18. Jahrh., wie aus Seckler, Geschichte derPropstei Ellwangen (1864) S. 73 (bei Frzberger a. a. 0. S. 202) wohl zuschliessen ist, im Priesterseminar auf dem Schönenberg — und der Biblio-thek des Kapitels; die Scheidung ist eine Folge der alten Trennung vonAbts- und Konventstisch. Dem Kapitel (nicht der Hofbibliothek) vermac/Ueder edle und gelehrte Fürstpropst Johann Christoph (IV.) Adelmann (1674 bis1687) seine reiche, aus 5956 Bänden (darunter 1386 Foliobände) bestehende Privat-bibliothek, die ihn 18 309fl. 19 kr. gekostet hatte, nebst seinen mathematischenApparaten (Khamm, Hier. Aug. II, 207; Braun, Bischöfe von Augsburg IV,625; OAEllwangen S. 468).