LZ6 Röm. Rais. Maj. und deren hohen Alliirren
kavardia Hierauf ließ der Marggraf von Lavardin alsobald seine bry sich
W sein» habende Leute / um den Palast und die angrantzenden Gassen gewaff-net Runden gehen/und alle so durchgiengen/ anhalten/ um zu sehenob es Sbirren und Gerichts--Diener wären oder nicht/ anbey aberließ er auch seinen Leuten andeuren-daß erKönigl.Besehl habe/baferneiner oder der and:r sich nicht mit schuldigem Respect mit denen Leu,ten dieses Lands vertragen/ oder nicht zu bestimmter Zeit des Abendsim Quartier seyn würde / selbiger nach Marseille gesandt und auf dirGaleern g.schlossen werden sollte.
kardinal So bald er aber in Rom augekangt/ließ er sich bey dem CardinalRaniicci Cibo anmelden/ um bey dem Pabst Audientz zu haben/worzu sich abersoll keine niemand finden wollen/solches dem Pabst zu hinderbringen. AlsLudiratz nun derselbe hieraufeinen Courrier nach Franckreich geschickt / hat derhaben biß König dem Päbsti- Nuntio daselbst CardinalRanucci ansagen lassen/daß er denselben ebenmäßig nicht eher vor sich lassen wollte / biß zuvorR^r er. sein Ambassadeur zu Rom Audientz gehabt haben würde / Falls aberhi»lt. solches / auf sein zweytes Begehren / geweigert werden sollte / Seine
Majest. auf andereMittel bedacht seyn müsie/maffen dann demPäbst-lichen Nuntio nacher Versailles / allwo der König sich enchielte / zukommen / verboten worden.
Weil nun derMarggrafvon Lavardin sich der Quartiers-Frey»kavardin hzjt anmaste/als fiel er/Krafft der Pabstl. Bull/unzweifendlich in denKirchen-Bann/ und durffte solchem nach/wei! er in selbigerGewaltthä-Dann.^ tigkeit beharrte/niemand mit ihm umgehen / sondern sich des BannStheilhafftig zu machen / und Se. Heiligkeit Befehl zu überschreiten/zumal da Ihr. Heiligkeit dero Meinung dißfalls genugsam durch dieanalleCardinäle und Prälaten oberwahmer Massen gethane Erin-nerung eröffnet / und noch deutlicher erkläret / als Sie / aufemgelaus-ftne Nachricht/daß der Marggraf von Lavardin bey einer Messe/ diean St.Lucien Tag zuSt.Iohann im Larerano jährlich zum Ange-dencken/ daß Henricus IV- König in Franckreich/ mit dem Römi-schen Stuhl auSgesthnt worden/gehalten zu werden pfleget/ nachGewonheit der vorigen Französischen Gesandten öffentlich erscheinenwollte/ dem Cardinal Chigi/ als obristen Priester in dieser Kirche/Qrdre gab / denen Canonicis anzubefehlen / daß/ wann der Lavardindarbey erscheinen würde / sie alsobald mit dem Gottes --Dienst aufhö,
s Wie nun die Sache so gestallter Sache beschaffen/unterfieng sich
der Marggraf von Lavardin samt seiner Gemahlin und einem grosse»-