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Lfg. 14 (1829) Das Königreich Polen, die Republik Krakau, die italienischen Staaten
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Das Herzogthum Modena,

(liegt zwischen 27° 4U bis 29° 2^ östlicher Lange und 43° 55^ bis 44° 57^ 30" nördlicher Breite.)

Flächeninhalt.

68 , 7 , geogr. sIMeilen.

Volksmenge.

378,000 Seelen.

Wohnplahe.

10 Städte, 63 Marktflecken, 437 Dörfer und Weiler.

Gebirge.

Ein Streif des Apennin durchziehet das Land und bildet anmerkwürdigen Höhen den Monte Limone, 6,548 Fuß und denDoccia 4,138 Fuß hoch.

Flüsse.

1) Die Lenza, 2 ) der Crostolo, 3) die Secchia, der denDolo, Fresnara, Canone und Lagliata mit sich vereiniget; 4) derPanaro; 5) der Serchio.

Heilquellen.

Unter die merkwürdigsten gehöret die zu Acquaria.

Volksstamme.

Italiener vom lombardischen Stamme.

Hauptzweige der Industrie.

Besonders trefflich angcbauct ist die Niederung am Po, wo manGetreide aller Art, besonders Waizen, Gerste, Bohnen, Hanf undvorzüglich Reis, erbauet. Auch der Olivenbau ist nicht unbedeutend.Die Hornviehzucht ist zwar beträchtlich, doch ist die Milchwirthschaftkein Hauptgegenstand der Landwirthschaft. Die Schafzucht ist uner-heblich. Statt der Pferde bedienet man sich meistentheils der Esel.Schweine findet man in Menge. Der Seidenbau ist zwar eineHauptbeschäftigung, das Product aber nur von mittelmäßigem Ge-

halte. Federvieh und wildes Geflügel findet man in bedeutender An-zahl. Eisen wird im Thale Garfagnana gebauet. Stein- undBergöl wird vorzüglich bei dem Castell» di monte Baranzone und beidem Castell» di monte Gibbio geschöpft. Besonderen Vorzug verdienendie weißen Marmorbrüche. Bei Quercola und al Sasso findet manBernstein.

Kunstfleiß.

Seidenspinnerei zu Organsin und zu Tram. Hanf wird gespon-nen und gewebt. Außerdem findet man einige Gärbereicn, Töpfereienund Glashütten.

Handel.

Es liefert das Land zur Ausfuhr Korn, Wein, Seide, Hanf-tücher, Ochsen, Kälber, etwas Käse, Butter, Schweine und Mar-mor. Eine eigentliche Handelsstadt hat das Land nicht, der meisteVerkehr findet zu Reggio statt.

Münzen, Maaß und Gewicht.

In Modena wird nach Scudi und Lire gerechnet. Der Scudovon Franz III. ist zu 5 Franken 60 Centimen ausgeprägt; der vonHerkules IV. zu 5 Frank. 60 Cent. Die Lira von Modena wirdin 20 Soldi eingetheilet, gilt aber nur 38 Cent.; 1 Soldo mithin1,, Centimen. Das Längen maaß ist dem Mailänder gleich. DieBraccio da seta hält 19 Zoll 5,»' Linien. Die Staja zu trocknen ^Maaren wiegt 3,541 par. Kubikzoll. Das Flüssigkeitsmaaß iist die Brenta 3 Stark, 1 Staro 2 Emine, 1 Emina 2 ^Q.uartari, 1 Q-uartaro 4 Pinto, 1 Pinta 8 Buccoli. Das 1Gewicht ist dem Mailänder gleich. Das Handelsgewicht wird in ^28 leichte Unzen abgetheilet, wovon jede 8 Drachmen und jedesDrachma 3 Danari hat. Die Libra piccola, womit Kolonial- undDroguereiwaaren gewogen werden, hat nur 12 Unzen; 19 dergleichenUnzen machen eine Libra gross» aus.

des HerzogLhums M

Eintheilung:

Das Herzogthum Modena.

1) Das Hcrzogthum Modena an sich.

2) Reggio.

-- Garfagnana.

L. Das Herzogthum Mafia.

Religions- und Unterrichtsanstalten.

Die katholische Kirche ist herrschend und wird von 4 Bischöfen:zu Modena, Reggio, Carpi und Mirandola gehandhabt.

Für gelehrte Bildung findet man mehrere Anstalten. Im eigent-lichen Hcrzogthum Modena giebt cs 1 Universität, 1 Nitterakade-mie, 1 Collegium und 1 Kunstschule; sämmtlich in der Stadt Mo-dena. In Reggio und Mirandola befinden sich Gymnasien und inden vier bischöfi. Städten Priestcrseminarien.

Staatsverfassung.

Modena bildet ein souvcraines erbliches Hcrzogthum, welchesvon einer Seitenlinie des Hauses Oesterreich, mit dem Zunamen Este,alle Majestätsrechte unumschränkt ausübt. Der Herzog Franz IV.bekennt sich mit seiner Familie zur katholischen Religion; seine Resi-denz ist Modena und ein Lustschloß befindet sich zu Saffuolo. Dasmit Modena verbundene Herzogthum Massa-Carrara, ein Eigenthumdes Hauses Cibo Malespina, wird jetzt von der einzigen Tochter desletzten Herzogs, Maria Beatrix von Este, unumschränkt beherrscht,fällt aber nach deren Tode an den jetzigen Herzog von Modena.Im Fall daß Lucca mit Toskana vereiniget wird, erhält Modena dietoskanische Lunigiana, Pontremoli und Pietra Santa.

Staatsverwaltung.

Der Herzog leitet die oberen Geschäfte selbst und übt die voll-ziehende Gewalt aus; unter ihm arbeiten ein Staatsminister undzwei Staatssecretaire. Für Finanzen, Polizei und Kriegswesen sindbesondere Behörden. Massa-Carrara wird durch modenesische Be-hörden im Namen der Herzogin verwaltet. Zu Modena befindetsich ein Appellationsgericht, zu Reggio und Garfagnana sind Tribunäle.Die Gesetzbücher sind die österreichischen.

Militair.

Im Frieden 1,860 Mann-

Im Kriege 2,400 j

! o d e n a.

Topographie

XIV. Heft.