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Lfg. 14 (1829) Das Königreich Polen, die Republik Krakau, die italienischen Staaten
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Das Königreich Sardinien,

(liegt zwischen 23° 17^ bis 27° 47^ östlicher Länge und 38° 50^ bis 46° 3^ nördlicher Breite.)

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Flächeninhalt,

geogr. H) Meilen.

Volksmenge.

4,127,000 (x. 1825).

Wohnpläße.

94 Städte, 269 Marktflecken, 3356 Dörfer und 410,806 Hauser.

Nationalverschiedenheit.

1) Piemontescr und Genueser, beide von den alten Galliern her-stammend; 2) Savoyarden; 3) Salden; 4) Juden, 32,000 In-dividuen.

. Gebirge.

1) Die Seealpen, mit dem Monte Cornio und dem sichvom Hauptstamm trennenden Seitenast, der Apen inn; 2) dielettischen Alpen, mit dem Mont Genevre (l 1,058 Fuß), demCenis (8,670 Fuß), dem Viso (8,438 Fuß); 3) die grauenAlpen, mit dem Mont Jseran (11,418 Fuß), dem Col debon Homme (7,530 Fuß) und dem kleinen Bernhard (6,651Fuß); 4) die pen nischen Alpen, mit dem Montblanc (14,556Fuß), dem Mont Rosa (14,340 Fuß), dem Mont Cerrin (13,854Fuß), dem Geant (12,720 Fuß), dem großen Jorasse (11,088Fuß), dem kleinen Jorasse (10,878 Fuß), dem großen Bern-hard (10,380 Fuß), dem N oir (9,393 Fuß), dem Bellant (7,731Fuß), dem Com bin (7,668 Fuß) und dem G ia n in et (6,387 Fuß);

5) die lcpontinischcn Alpen, mit dem Simplon (6,174 Fuß).

Gewässer.

Dem mittelländischen Meere zuströmend:

1) der Rhone, welcher aufnimmt: den Jsere, zudem

Are, Arly, Gelon und Usses gehören; b. den Guir; e. denFier. 2) der Var, der die Linea mit sich vereiniget. 3) derPaglion; 4) die Magra; 5) der Fiume d'Oristano (Tirso);

6) der Flumcndosa; 7) der Coquinas; 8) der Ozieri.

L. Dem adriatischen Meere sein Wasser milthcilend:

der Po, mit den Nebenflüssen: a. der Vraita; b. derMaira;v. dem T a n a r o; 6. der Scrivia; e. dem Curone; 1. derStaffora; A. dem Lidone; Ii. dem Clusone; i. der DoraRivaria; le. dem Orco; 1. der Dora Baltea; w. dem Sesia;o. der Gogna (Agogna); o. der Licino.

XIV. Heft.

GrößereBinnenseen.

1) der Genfersee; 2) der Lago Maggiore, auf welchemdie beiden berühmten Borrom aischen Inseln sich befinden; 3)der Lac d'Annecy; 4) der Lago d'Orta; 5) der Lago diViverone; 6) die drei großen Seen von Santa Giusta,

Cabras und Sasso, so wie die von Palmas, Caligo undPlatamona.

Gesundbrunnen und Bäder.

Die Schwefelquellen zu Bonneval in Savoyen; die warmenBäder zu Aix; die Heilquellen zu St. Vincenzio und Cormag-giore im Thale Aosta; die Bader zu Pro S. Didier, zu Ac-qui, Valdieri und Vinadio in Piemont; die Q.ucllen vonSardara, Fordnugianus, Villacidro, Codrungianus,Castel d'Oria und Sant Antioco auf der Insel Sardinien.

Hauptzweige der Industrie.

1) Ackerbau; besonders Mais, Reis und Waizen; dann Doh-nen aller Art, hier und da auch Tabak zum Gegenstand habend.Das Poland ist unstreitig am besten kultiviret. 2) Anbau vonHandelskräutern: Hanf, Flachs, Senf und Soda. 3) Vieh-zucht, und zwar: a. Pferdezucht, besonders auf der Insel Sar-dinien, wo sich auch das könkgl. Gestüte zu Pa uli Latino uud ein Pri-vatgestüte zu Padru Mannu befindet; b. Esel- und Maulesel-zucht, erstcre besonders in Piemont, letztere in Savoyen; v. Rind-viehzucht, .mit Ausschluß der Insel Sardinien, wo nur kleinesund mageres Vieh vorkommt; 6. Schafzucht, unbedeutend in Pie-mont, von Erheblichkeit in Savoyen und auf Sardinien; «. Zie-genzucht, in allen Landcslheilen, besonders aber auf Sardinienund in Savoyen; 1. Schweinezucht, fast überall verbreitet; x.Geflügelzucht, an allen Orten, besonders auf dem Apennin dieLauben; b. Hundezucht nach drei Nacen: Schäferhunde, Wind-spiele und Spürhunde; i. Bienenzucht, welche im Allgemeinennoch sehr zurückstehct; in Savoyen wird sic noch am schwunghaftestenbetrieben. 4) Seidenbau; da Seide eine Stapclwaare des ge-lammten Staats ist, jedoch mit Ausschluß von Savoyen und Sar-dinien, wo kein Seidenbau Statt findet und der Küstenländer, woer nur gering ist. 5) Oelkultur, und zwar besonders in demKüstenlande. 6) Weinbau. Die vorzüglicheren Gewächse in Sa-voyen sind: die von Montmelian, S. Alban, Chautagne, Dcsigny,Prinscens und Echaillon; in Piemont sind die Weine ganz schlecktund nur das Gewächs von Nibiolo ist stark. Die Weine auf Sar-dinien kommen ganz den spanischen und kanarischen gleich. Hierher

gehöret vorzüglich: der Canonnaos, der Giros, Muscat, Monaco,der Vernaccio von Oristano, die Malvasierweine von Alghuer, Bosaund Sarso. 7) Obstbau, mit Ausnahme des der Zwelschen. Manziehet übrigens alle deutsche Obstsorten. Die beiden wichtigsten Frucht-arten sind unstreitig die Kastanie'und die Trüffel. Erster« führen ge-pfropft den Namen Maronen; die von Cuneo werden für die bestengehalten. Edle Früchte hat Piemont außer Mandeln und Feigennoch nicht; desto reicher ist das Küstcnlan?, besonders die Umgegendvon Nizza an Pomeranzen, bittcrn Orangen, Bergamotten und ge-nueser Feigen. Sardinien erzeugt alle Arten von Agrumen, Dorn-kirschen, Mandeln, Granaden, Karuben und selbst Palwen. 8) Forst -kultur. Die größten Waldungen findet man noch in dem gebirgi-gen Savoyen und in dem Thale von Aosta. Die vorzüglicheren Daum-galtungen sind: Eichen, besonders Korkeichen, Luchen, Rüstern, Er-len, Tannen, Pappeln, Akazien, Platanen, weiße Maulbeeren undKastanien. Das Küstenland besitzt höchstens nur Kastanienwäldcr.Eine geregelte Forstkultur findet nicht statt. 9) Bergbau. Piemontund Savoyen besitzen mancherlei Metalle, die aber thcils wegenMangel an Holz, theils aus Mangel an Betriebsamkeit nicht gehö-rig genutzt werden. Auf Sardinien findet man sehr viele Blcigru-ben, die meistens auch Silber enthalten. Die vornehmsten Grubensind die von Monte-Poni bei Jglesias, Arbus, Nurra,Flumini Major, Domus Novas, San Rocco und Mu-ravora. Auch an Eisen besitzt Sardinien einen großen Neichthum.Die wichtigsten Werke sind die von Monte Oro, und am Wegevon Talana nach Corruboi. Von brennbaren Mineralien enthält dieInsel: Kohlenblende bei Silanus und Villa Puzzs, Braunkohlebei Lrizili d'Aritzu und bituminöses Holz bei Scala di Ciocca.lb) Fischerei, die sich wiederum in Süßwasscr- und in Seewasser-Fischerci abtheilet; letztere hat besonders Thunfische und Korallen unddann Anschovis, Nochen, Brachsen, Makrelen und Sprotten zumGegenstände. 11) Jagd. Diese wird von dem Sarden hauptsäch-lich nur auf Hirsche, Damhirsche, Mousions und wilde Schweinegerichtet.

Kunstfleiß.

1) Seidenweberei, besonders schwarze seidene Zeuge, Sam-met, Weibcrstrümpfe, Damast und Brokat; jedoch bei weitem nichtmehr in dem Umfange, wie früher. Die Insel Sardinien hat fastgar keine Seidenwebereien. 2) Leincwcberei, diese wird zwar inPiemont und Savoyen getrieben, ist aber von keiner sonderlichenQualität. 3) Bau m wol len weberc i, mit Ausschluß der derwollenen Strümpfe, ganz unbedeutend. 4) Tuchweberei, diesefindet sich nur in Genua-und Piemont. 5) Hutmacherei, gleich-