Druckschrift 
Achte Lieferung (1825) Der Deutsche Staatenbund, und zwar der nordöstliche Theril der norddeutschen Staaten : I. Königreich Sachsen. IV. Großherzogthum Sachsen-Weimar. V. Herzogthum Sachsen-Gotha-Koburg. VI. Herzogthum Sachsen-Meiningen-Hildburghausen. VII. Herzogthum Sachsen-Altenburg. XIII. Herzogthum Anhalt-Dessau. XIV. Herzogthum Anhalt-Bernburg. XV. Herzogthum Anhalt-Köthen. XVI. Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen. XVII. Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt. XVIII. Fürstenthum Reuß ältere Linie. XIX. Fürstenthum Reuß jüngere Linie
Entstehung
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Die fürstlich R e » ß i s ch e n Lande (Neuß-Plauen)

und zwar:

xvm.

Fürftenthum Reuß-Plauen ältere Linie

(zwischen 29° bis 30° 2^ östl. Länge, und Zo° 20^ bis 51" nvrdl. Breite.)

XIX.

Fürstent hum Reuß-Plauen jüngere Linie.

Flächeninhalt.

Aeltere Linie: 6 ,g§ ^ Meilen.

Jüngere Linie : 21,^ LJ Meilen.

Volksmenge.

Aeltere Linie: 22,255 Einwohner (für 1825.)-Jüngere Linie: 54,052 Einwohner.

W 0 hnplatze.

Aeltere Linie: 2 Städte, i Marktflecken, 75 Dörfer, 18 Lehn«guter, 3840 Häuser.

Jüngere Linie und zwar:

a) Reuß Schleitz: 2 Städte, l Marktflecken, Z6 Dörfer,2760 Häuser.

b) Reuß Lobenstein: i Stadt, 21 Dörfer, 3 Weiler, 3 Vor«werke, 7 Rittergüter, 1450 Häuser.

c) Neuß Ebersdorf: i Stadt, 2 Marktflecken, 22 Dörfer,6 Vorwerke, 4 Rittergüter, 1435 Häuser.

ä) Gemeinschaftliche Herrschaft Gera: 2 Städte, i Markt«flecken, 88 Dörfer, 2 Schlösser, 3652 Häuser, II Do«mainengüter, 23 Rittergüter, 4 adliche Vorwerke.

Boden.

Größtentheils hüglickes Terrain und nur zum Theil gebirgig.Der Gehalt ist abwechselnd verschieden, an mehreren Stellen san«dig. Die Berge, meistens aus Grauwacke und Thonschiefer bc«stehend, sind thcilweise mit Waldungen bedeckt.

Flüsse.

1) Die weiße Elster.

2) Die lzsch.

Vlll- Heft.

3) Die Saale sammt dem Wetteraller Bache, der Lemnitzmit der Kofel, und dem Stieglitz« oder Pempelbach.

4) Die Weyda.

5 ) Die Wiesenthal.

Hauptzweige der Industrie und Kunstfleiß.

In den Landen der älter» Linie sind der Ackerbau nach derDreifeldecwirchschaft, die Viehzucht, Arbeiten in Holz, Eisenhüt«tenbau, Wollen - und Garnspinnerei, und Strumpf« und Mätzen«wirkerei die vorherrschenden Erwerbszweige. In der Geraischen«Schleizischen-und Saalburgischcn Pflege wird ausreichend Eetraidc,Hülsen« und Gartenfrüchte, Rübsaamen, Flachs und Obst ge«bauet. In der Umgegend von Lobenstein geben große Waldungenreiche Ausbeute. In den Schleizischen« und Geraischen Landen findetman viel veredelte Schäfereien; in ersterem Lande wird Bergbauauf Eisen getrieben, auch Alaun, Vitriol, Schiefer und Töpferthongewonnen. In den Städten und größeren Orten der Lande derjüngeren Linie findet man außer der, jedoch im Abnehmen begriffe-nen Baumwollenmanufactur, vorzüglich Wollzeugweberei, die be-sonders in Gera, doch auch in Lvbenstein, Hohenleuben und Schleizzu Haufe ist. Eärbcreien sieht man besonders in Gera, Hirsch- !berg und Lobenstein; Tabaksfabriken zu Gera und Ebersdorf; Sei«feosievereien zu Ebersdorf; eine Porzellanfabcik zu Untermhaus;Alaun« und Ditriolstedereien bei Lobenstein und Hirschberg, undPotaschhüttcn und Eis-nhammcr an mehreren Orten.

Handeksau 6 fuhr.

r ) im Fürstenthume älterer Linier wollene und baumwollene Maa-ren, Eisen und Eisenwaaren, Holz, einiges Mastvieh,Butter.

r) in den Fürstenthümern jüngerer Linie: Baumwoll« und Woll«fabricate, aus Lobenstein Holz und Eisenproductionen.

Unterrichtsanstalten.

Gymnasien befinden sich zu Greiz und Schleiz, und eine Lau«desschulanstalt zu Gera.

Staatsverfassung.

Sämmtliche Besitzungen der Fürsten Reuß bilden einen Theildes Deutschen Bundes und haben mit beiden Hohenzvllern, Lichstenstein, Waldeck und den beiden Lippe, eine gemeinschaftliche undzwar die i 6 te Stimme. Im Pleno aber führt die ältere sowohlals die jüngere Linie eine besondere Stimme. Beide Linien sinddurch Recesse eng verbunden und in allen gemeinschaftlichen und Ge«schlechtSanzelegenheiten beider Linien, hat des Stammes Acltesterdas Directorium. Im Fürstenthume Reuß«Plauen ältere Linie re-giert souvccaüi, jedoch durch Landsiande, die aus Ritterschaft,Städten und Pflegen bestehen, beschrankt, Fürst Heinrich XIX.seit dem 2y. Januar 1317. Er und sein Haus bekennen sich zurlutherischen Kirche. Die jüngere Linie zerfällt in die unabhän-gig von einander regierenden, jedoch unter sich durch Hausveckrägeund Familicnbande vereinigten-Stämms: Reuß« Schleiz, Reuß«Lobenstein und Reuß«Ebersdorf. Der dermalen seit dem 17. Aprili 3 ig. regierende Fürst des ersteren Stammes ist Heinrich DXII.;der des zweiten Stammes ist seit dem 31« März 1305. HeinrichDIV.; und der des dritten Stammes seit dem io. Juli 1322.Heinrich DXXII. Reuß «Köstritz ist ein paragirtn Nebenast derSchleizer Linie. Die Herrschaft Gera ist nach ihrem Anfalle andie jüngere Reußische Linie ungetheilt geblieben, wird gemeinschaft-lich regieret und die Einkünfte werden dergestalt getheilt, daß dieeine Hälfte auf Schlei;, die andere auf Lvbenstein und Ebersdorfkommt. Das gesammte Haus der jüngern Linie bekennt sich zurlutherischen Kirche.

Staatsverwaltung.

Die Lander der altern Linie, oder die Ereizischcn Besitzungen,

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