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XVII.
Das Fürstenthu m S ch w a r z b u r g * R u d o l st a d L *)
(bestehet aus zwei abgesonderten Stücken, die Herrschaft Rudolstadt oder die obere Herrschaft, und die Herrschaft Frankenhausen oder die untere Herrschaft.)
Flächeninhalt.
Hü Meilen.
Volksmenge.
53 , 94 » Einwohner (für 1325.).
53,790 Lutheraner und150 Katholiken-
W 0 h n p l a ß e.
7 Städte, r Mrktfl., 155 Dörfer, 8 Schlösser, 9700 Häuser.Boden.
Die obere Grafschaft liegt an und im Thüringer Walde, undhat daher größtentheils steinigen, rauhen Boden. Die fruchtreich-sten Gegenden sind das Saalthal, das Jlmthai und die Länge-witz. Die untere Grafschaft hat größtentheils hüglichen und er-giebigen Boden.
Flüsse.
1) Die Saale.
2) Die Schwarza sammt der Katze, Giefau, Schleitund Rinne.
3 ) Die Ilm.
4) Die große Wipper.
5) Die kleine Wipper.
6) Die Rotter.
Gesundbrunnen.
Das Salzbad zu Frankenhausen.
*) Die Parcelle Seebergen ist an Goiha vertauscht.VHI. Heft.
Bewohner.
Oberdeutsche mit Thüringischem Dialect.
Hauptzweige der Industrie.
Die untere Grafschaft hat reichen Getraidebau, die oberehingegen muß ihren Bedarf aus den Nachbarstaaten ergänzen.Der Flachsbau ist sehr ersprießlich. Die Obstkultur wirdmit vieler Sorgfalt betrieben. Oer Ertrag der Waldungen istim Oberlande ein Ausfuhrartikel, wahrend es im Unterlandesehr daran fehlt. Die Viehzucht, und besonders die Pfer-dezucht, wird mit Aufmerksamkeit betrieben. Schweine- undGeflügelzucht ist wie in jeder andern Thüringischen Haus-haltung zu finden. — Der Bergbau gewährt im AmteSchwarzburg Blei und Eisen, im Amte Blankenburg Kobalt,und im Amte Frankenhausen Salz.
K u n st f l e i ß.
Größtentheils in Stoffen des Mineralreichs. Im Schwarz-thale findet man Hochöfen, Eisen - und Blechhämmer, auchGlashütten; zu Schaale ist eine Steingutfabrik, und zu Eitzen-dorf eine Schmaltefabrik. Die Holzgcgenden bereiten viel Kien-ruß, Theer und Potasche. In der Umgegend von Königsee wer- Iden viel Olitäten und Medicinalwaaren verfertiget. Zu Ru-dolstadt und Ilm wird einige Wollzeugweberei getrieben, undim Unterlande wird von den Landbewohnern viel Garn gesponnen.
Handel.
Dieser begreift vorzüglich folgende Ausfuhrartikel: Holz,Salz, etwas Gctraide, Kobalt, Wildpret, Olitäten und Medi-cinalkräuter, Eisenwaaren, Wollwaaren und Porzellan.
Münzen, Maaß und Gewicht.
Diese haben sich ganz nach den Nachbarstaaten gerichtet,Weimarische und Preußische Scheidemünze cursiret am stärksten.
Unterrichtsanstalten.
Zu Rudolstadt ist ein Gymnasium und ein theologisches Se-minar, und zu Frankenhausen eine lateinische Schule. Die ge-wöhnlichen Elementarschulen sind in gutem Zustande.
Staatsverfassung.
Der Fürst Günther (Friedrich), folgte den 23« April 1807.in der Regierung, übernahm dieselbe nach erlangter Volljäh-rigkeit den 6 . Novbr. 1314., und bekennt sich nebst seiner Fa-milie zur lutherischen Religion. Er regiert das Land als un-umschränkter Souverain, jedoch hat das Fürstenthum seit 1316Stände, welche bei der Gesetzgebung und Besteurung Mitwirken,sie bestehen aus 13, durch freie Wahl ernannten Repräsentan-ten, wovon 6 der Ritterschaft, 6 dem Bürgerstande und 6 denkleinern Landesbesitzern zugehören. — Die R'isidenz ist Rudolstadt.
Staatsverwaltung.
Das geheime- Rathskollegium ist die höchste Behörde desLandes, ihr untergeordnet sind: die Regierung zu Rudolstadtund die Landeshauptmannschast zu Frankenhausen. Die Regie-rungen zu Rudolstadt und Frankenhausen bilden die Justizbehör-den des Landes, von welchen Appellationen an das Anhalt -Schwarzburgische Appellationsgericht zu Zerbst ergehen. Unter-behörden in Justiz-und Verwaltungssachen sind die Aemter.—Zur Handhabung der Kirchensachen bestehen die Cvnsistorien zuRudolstadt und Frankenhausen. Finanzsachen werden von derCammer, Steuersachen vom Steuercollegio, und Forstsachen vonder Forstverwaltung, sämmtlich zu Rudolstadt stationiert, betrieben.
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