Die A n h ä l L i s ch e 11 H e r z o g t h ü m e r,
und zwar:
xm.
Herzogthum Anhalt-Dessau,
XIV.
Herzogthum Anhalt-Bernburg,
xv.
Herzogthum Anhalt-Köthen,
^bilden zwei Ländermaffen, die durch das Preußische Aschersleben getrennt sind, und liegen von 25° 39^ bis 30" 14^ der Länge, und 51° 37^ bis 52° V nördl^ Breite.)
Flächeninhalt.
1) Herzogthum Anhalt-Dessau: a) unmittelbare Besitzungen, 16,2 ^Hj Meilen, b) mittelbare Güter im Preußischen, etwa 6 sHMeilen.
2) Herzogthum Anhalt-Dernburg: 15,7g Hü Meilen.
3) Herzogthum Anhalt-Köthen: n) unmittelbare Besitzungen, iS,oa
Meilen, b) die schlesische Standesherrschast Pleß, 19 O M.
Volksmenge.
i) Anhalt-Dessau: a) unmittelbarer Anthcil, 56,200 Einwohner.
k>) mittelbare Güter, 13,686 Einwohner,r) Anhalt-Bernburg, 88,420 Einw.z) Anhalt-Köthen: n) unmittelbare Besitzungen, 33,Zoo Einw.b) wegen Pleß, 31,740 Einw.
W 0 h n p l ä ß e.
1) Anhalt-Dessau: 8 Städte, 2 Marktflecken, ivo Dörfer, iZVorwerke, 9370 Häuser.
2) Anhalt-Bernburg: 7Städte, i Marktflecken, 50 Dörfer, 33Weiler und Vorwerke und 6200 Häuser.
z) Anhalt-Köthen: n) unmittelbares Gebiet: 4Städte, i Markt-flecken, 93 Dörfer, 13 Vorwerke, 5590 Häuser, b) Für-stenthum Pleß, 2 Städte, 2 Marktflecken, 91 Dörfer, 21Vorwerke, 5356 Häuser.
Boden.
Der westliche District der gesammten Herzogtümer ist, als einLheil des Harzes, größtenteils gebirgig, jedoch nicht in der Maßeals das benachbarte Braunschweig und Hannover, der östliche Theildagegen ist ganz eben, bildet fruchtbare Auen, und wird nur vonSandhügeln unterbrochen.
Vlll. Heft.
Gewässer.
Die Elbe, als der Hauptstrom des Landes, der im Nord-osten die Nuthe, Roßlau und Albitz aufnimmt, aus Süden diebeiden erheblicheren Flüsse, die Mulde und Saale erhält, wel-cher letzteren die Fuhne, Wipper und Bude zufließen.
Gesundbrunnen.
Im Selkethale.
Bewohner.
Sämmtlich Deutsche mit oberdeutschem Dialect.
Hauptzweige der Industrie.
1) Ackerbau, größtenteils nach der Dreifelderwirtschaft,besonders in den Mulden - und Saalthälern, geringer am Abhangedes Harzes. In den vorzüglicheren Gegenden baut man Wai-zen und Rübsaamen. Unter den Gemüsesorten zeichnen sich be-sonders Kopfkohl und Rüben aus. Im Köthenschen zieht manviel Flachs, Tabak um Ocanienbaum, an mehreren Orten gutenHopfen, und Färberrökhe um Gröbzig. 2) Obstbau fast über-all in den Gärten, Plantagen und an den Hauptstraßen. DerBorsdorfer Apfel ist Ausfuhrartikel. 3 ) Waldnutzungen.Diese sind im Dessauischen beträchtlich, wo besonders auf demlinken Elbufcr Eichen und Buchen, und auf dem rechten Föhrenund Ellern vorherrschend sind. Kleinwild ist auch im Dessauischenbeträchtlich. 4) Rindviehzucht, größtenteils zureichend.Futtcrkräuter und besonders Luzern findet man überall eingcführt.Der Vichstamm ist größtentheis durch Schweizer-und FriesischesVieh veredelt. 5) Pferdezucht. Diese ist zwar nicht vonbesonderer Erheblichkeit, jedoch fällt, mit Ausschluß der Ortschaf-ten des rechten Elbufers, ein guter und starker Schlag. 6)Schaafzucht ist im besondern Flor. Man sinder durchaus
veredelte und halbveredelte Racen. 7) Schweinezucht ist all-gemein und es wird viel gemästetes Vieh ausgeführt. 8) DieStromfischerei beschäftiget und ernähret mehrere Familien.9) Gewinn des Mineralreichs. Dieser bestehet in fettenThongruben, guten Steinbrüchen, Torf- auch hie und da Braun-kohlenlagern, Marmor, Steinkohlen am Harze, und unbenutzteSalzquellen bei Möhringen. Ordentlicher Bergbau findet aufEisen, Silber und Blei auf dem Harze statt. Das Eisen wirdauf den Hochöfen zu Mägdesprung, jährlich 12,000 bis 12,202Centner Guß - und 8202 Centner Stabeisen, das Silber undBlei auf den Schmelzhütten zu Harzgerodc, ungefähr 1222 bis1422 Mark Silber, Blei zu 3020 Centnern, und Vitriol zu1222 Centnern ausgebracht.
K un stflei ß.
Die Production des Landes mittelst Fabriken ist nur unbe-deutend , und nur einzelne Künstler und Handwerker sind in denHauptstädten. Eben so ist auch die Wirksamkeit in Wollwebe-reien als eigentlicher Gewinn des Landes nicht zu beachten. Angroben Metallverarbeitungen findet man 6 Stab-, 1 Blech-, 1Roh - und 1 Raffinirstahlhammer, 1 Drath - und 1 Sensenhütte,
1 Blank- i Ketten» und 1 Nagelschmiede.
Handel.
Ausgeführt wird mit Gewinn: Korn, Wolle, Eisen und Ei-senarbciten; unerheblicher ist das, was aus gemästeten Schwei-nen, Rüböl, Butter, Brettern, Fischen, gedörrten Obst gelöst wird.
Unterrichtsanstaltcn.
Der öffentliche Unterricht wird von den Consistvrien gehand-habt, Gymnasien findet man zu Dessau, Zerbst, Bernburg undKöthen, Schullehrerseminare zu Wörlitz und Köthen, und an den
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