XXII
Das Fürstenthum Waldeck
(zwischen 26° 11^ bis 26° 52^ östlicher Länge und 51° 4^ bis Zi° 31^ nördlicher Breite.)
Flächeninhalt.
2 i,ss Hü Meilen.
Volksmenge.
Zi /877 Einwohner (1325.)
Wohnpläße.
14 Städte/ 105 Dörfer, 46 einzelne Höfe, Hütten,Meiereien, 12,200 Häuser.
Boden.
Gebirgsland, meistens steinig, noch am fruchtbarstenan der Eder und Aar. Aeste des Teutoburger Waldgebir-ges mit den Kuppen Pön und Eisenbcrg. In Osten steht derLammeberg isolirt. Die Grafschaft Pyrmont bildet nur einThal, das ringsherum von Bergen eingeschlossen ist.
Gewässer.
Die Eder, nebst der Aar, Orke, Rhene, Itter, Werbe,Netze, Elbe, Wese; die Diemel, sammt Jtterbach, Hvpke;die Emmer.
Mineralquellen.
Zu Pyrmont, Niederwildungen und Kleinern.
Hauptzweige der Industrie.
Ackerbau nach Dreifelderwirkhschaft, so daß man alleArten von Getraide erbauet. Die besten Kornfluren findetman an der Aar und Eder. Flachs wird hinlänglich erbaut-— Holzkultur. An Brennmaterial ist Ueberfluß. —Hornviehzucht ist einer derHauptnahrungszweige. EsWird sowohl gemästetes Vieh zum Verkauf ausgeführt, alsauch viel aus Butter und Käse gewonnen. — Schäfereien,diese sind bedeutend und zum Theil auch veredelt. — Schwei-nezucht, diese ist beträchtlich.— Hohe- und niedreJagd ist von Belang. — Fischerei in den Bergflüs-fcn, besonders Forcllcnfang.— Bergbau auf Kupfer zuGoddelsheim und auf Eisen zu Marteuberg, bei Adorf undVII. Hefr.
im Sommed. Saline zu Oestfeld. Marmorbrüche zu Ei-bringhausen.
Kunstfleiß.
Eigentliche Fabrikarbeiten findet man im Lande nicht; ein-zelne Weber liefern Plüsche, wollene Zeuge, Strümpfe undMützen. Im Pyrmontischen werden viel Zwirnstrümpfegefertiget. Eisenhämmer sind zu Neubau, Berich undVarnhagen.
Handel.
Das Land führt aus: Holz, Mastvieh, Butter, Käse,Mineralwasser, Wolle, Zwirnstrümpfe, Kupfer und Eisen.
Unterrichtsanstalten.
Größtentheils sind die Schulen vernachlässiget. Für hö-her» Unterricht bestehet zu Korbach ein Gymnasium und zuNiederwildungen eine lateinische Schule. Uebrigcns noch12 Bürgerschulen, 102 Dorfschulen, i reformirte Schule,i katholische Schule.
Staatsverfassung.
Das Fürstenthum, als ein Theil des Deutschen Bundes,hat mit beiden Hohenzollern, beiden Reuß und Lippe auf derBundesversammlung die i6te Stimme, im Pleno aber eineeigne Stimme. Der regierende Fürst Georg (Friedrich Hein-rich), geb. den 20. Septbr. 1789, folgte den 9. Septbr.I 8 i 3 in der Regierung. Die fürstliche Residenz ist Arolsen.— Dem Fürsten stehen Landstände zur Seite, die aus den Be,sitzern der Rittergüter, den Abgeordneten der 14 Städte undden io Vertretern der Bauerschaft bi stehen. Der landschaft-liche Ausschuß versammelt sich jährlich. Die landschaftlicheKasse ist dem Fürsten und den Ständen gemeinschaftlich unter-geordnet und nimmt sämmtiiche Landcseinkünfte ein.
Das Fürstenthum Waldcck ist Kurheffisches Lehen undfallt, nach Aussterben des Mannsstammes des jetzigen Hau-ses, an Kurhessen zurück. Die Grafschaft Pyrmont dage-
gen fällt im Aussterbungsfalle des Waldeckschen Manns-stammes, an Preußen.
Staatsverwaltung.
Folgende Landeskollegien besorgen die Regierungsge-schäfte: i) das Geheime Rathskollegium, 2) das GeheimeKabinet; 3) die Regierung, 4) die Rentkammer, 5 ) di»Fvrstkammer, 6) das Hofgericht zu Korbach, 7) das Hof-marschallamt, s) dieMilitairkommission, 9) die Gencralar-mendirectivn. Das Gesammtappellationsgericht befindet sichzu Wolfcnbüttel. — Die Badeanstalten zu Pyrmont undNiedcrwildungen werden durch Brunnenkommissionen vertreten.
Kirchenstaat.
Die meisten Einwohner bekennen sich zum lutherischenGlauben, doch befinden sich im Lande auch Katholiken,Reformirte und Mennvniten. Es giebt 6 lutherische Kon/vente mit ZZ Pfarreien, 1 reformirte, Pfarrei mit unge-fähr 600 Bekcnnern, 2 katholische Pfarreien mit LosSeelen, 2 Synagogen mit Zoo Juden.
Frnanzzustand.
Staatseinkünfte 420,000 Gulden,
Staatsschulden!,200,000 Gulden (1825.)
Der Ertrag der Dvmainen ist bedeutend.
M i l i k a i r.
518 Mann Bundeskontingent, bildet ein Bataillon,welches zur r. Division des 10. Hecrhaufens stößt.
Topographie des Für st ent hu ms Waldeck.
1) Oberamt Diemel.
2) - Eder.
z) - Eisenberg.
4) - Pyrmont, I,ga sslj Meilen, I Stadt, 10
Dörfer, 2 Kirchspiele, r Schloß.
t