Das F ü r st e n
(liegt zwischen 26
Flächeninhalt.
9/7, HH Meilen.
Volksmenge.
2Z/634 Einwohner (1325.)
Wohnpläße.
2 Städte, 3 Marktflecken, 99 Bauerschaften, 9 Vor-werke, 4250 Häuser.
Boden.
Wellenförmig eben, in Südosten der waldige Gebirgs-rücken: die Bückeberge. In Westen der Schauenburger Wald.Uebrigens ist der Boden fruchtbar und ohne Haide.
Gewässer.
Die Aue, die Gehle, die Emmer. Das Steinhuder-meer, 12 Meilen im Umfange, 16 Fuß Tiefe.
Hauptzweige der Industrie.
Westphälische Landwirthschaft liefert Korn zur Ausfuhrund hat Hülsenfrüchte, Rüdsaamen und Kohl. Flachs istHauptartikel des Landes. — Die beträchtlichen Waldungenfind in gutem Zustande. — Die Hornviehzucht ist zureichend.Wolle wird epportiret.— Schweine und Gänse findet man ingroßen Heerden. Bergbau wird auf Steinkohlen betrieben.
Kun stfleiß.
Fabriken bestehen gar nicht. Die Nebenbeschäftigungendes Landmanns bestehen in Garnspinnerei und Leineweberei,besonders im Amte Hagenburg.
Handel.
Ausfuhrartikel find: Korn, Holz, Wolle, Garn andSteinkohlen.
VII. Heft.
XXI.
Lhum Schauenburgs Lippe
37/ bis 27° 2^ östl. Länge, und 52° bis 52" gc/ nördl. Breite.)
Unterrichtsanstalten.
Die auf dem Lande bedürfen noch mancher Verbesserung.Zu Bückeburg befindet sich ein Gymnasium und zu Stadtha-gen eine lateinische Schule.
Staatsverfassung.
Der Fürst nimmt auf dem Deutschen Bundestage mitLippe-Detmold, beide Hohenzollern, Liechtenstein, beideReuß und Waldeck gemeinschaftlich die röte Stelle ein,hat aber im Pleno eine eigne Stimme. — Mit Detmoldbestehet ein Hausvertrag in Betreff der Lipp'schen Besitzun-gen; mit Kurhessen wegen Schauenburg.
Der Fürst Georg Wilhelm, gcb. den 20. Decbr. 1784,folgte seinem Vater den rz. Fcbr. 1787 unter mütterlicherVormundschaft, nimmt den itz. April 1327 die fürstlicheWürde und Regierung an. Das gesammte fürstliche Hausbekennt sich zur rcformirten Religion. — Die Residenz desFürsten ist Bückeburg. — Seit 1316 bestehet eine landesrständische Verfassung. Die Landstände bestehen aus den wirk-lichen Besitzern eines adlich freien Guts, aus den StädtenBückeburg und Stadthagen, den Marktflecken Hagenburgund Stadthude, und 6 Abgeordneten der 4 unmittelbarenAemter.
Staatsverwaltung.
Das erste Kollegium ist die Regierung zu Dückeburg,, vorwelche alle Verwaltungs- und Gnadensachcn gehören. DieJustizkanzlei bildet das oberste Zustizkollcgium, von welchemAppellationen an das gesammte Oberappellationsgericht zuWolfenbüttel gehen. Das Konsistorium ist die geistlicheBehörde des Landes. Finanzgegenstände besorgt die Do-mainen- und Rcntkammer, der auch das Forst- und Berg-wesen untergeordnet sind.
Kirchenstaat.
Die Masse der Einwohner bekennt sich zur lutherischenKirche, doch sind die Einwohner von Alverdissen und Blom-berg reformirt; die Anzahl der Katholiken beläuft sich auf122. Man rechnet circa 22,800 Lutheraner in l6 Kirch-spielen, 3602 Reformiere in 5 Kirchspielen.
Finanzzustand.
Staatseinkünfte 215,002 Gulden.
Staatsschulden 420,222 -
M k l i t a i r.
- 242 Mann Dundeskontingent, die zur r. Division desrcten Heerhaufens gehören.
Festung Wilhelmsstein im Steinhudermeere.
Topographie des Fürstenthumö Schauen-burg-Lippe.
- E i n t h e i l u n g.
I. Grafschaft Schauenburg.
1) Amt Dückeburg, l Stadt, 34 Dörfer, 5 Kirchspiele,
2 Kolonien, 2 Rittergüter.
2) Amt Stadthagen, i Stadt, 27 Dörfer, worunter 4
Pfarrdörftr und i Kolonie.
3) Amt Hagenburg, 2 Marktflecken. 1 Festung, 12 Dör-
fer, worunter g Pfarrdörfcr, 3 Kolonien.
4) Amt Arensburg (Ahrensburg), 6 Dörfer, worunter
> i Pfarrdorf und i Kolonie.
II. Antheil an der Grafschaft Lippe.
I Marktflecken, 22 Bauerschaften zusammenmit 32 Dörfern, n Rittergüter.
Z) Amt Alverdissen.
6) Amt Blomberg mit Voigtei Donsp.
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