»37
sollte; daß er wider seinen Willen immer welker vor-,schreiten und von Stufe zu Stufe, alle mit Widerstre-ben überschritte», endlich in der Reue seiner Seele undder Verzweiflung seiner Schwäche erseuszend noch soweit gehen sollte, daß er sein Laster durch die ungeheuer-ste entsetzlichste Apotheose krönte.
Um mit einem Male zu dem doppelten Ziele, dasnicht getrennt werden konnte, nämlich zu der Fähigkeitzur Thronfolge, mit Namen, Tttel und vollem Rangeeines Prinzen von Geblüt und zu dem Testamente zugelangen; war die doppelte Stelle Voistns ein herrli-cher Gewinn und ein Werkzeug in der Hand deS Her-zogs du Maine und der Frau von Maintenon, dasstets gegenwärtig, und für alles gleich uothwendig undtauglich war, indem er als Kanzler und Staatssekre-tär, Gelegenheit und Vorwand hatte, den König zujeder Stunde zu sprechen und mit ihm zu arbeiten: aufihn fiel daher auch die ganze Bürde. Man mußte ganzSklav und ein zu allem zu brauchender Diener seyn,um es zu wagen, sich mit der Einleitung einer solchenSache zu befassen; aber noch mehr mußte mau von derunglaublichen Schwachheit des Königs für den einenund die andere unterrichtet seyn und mußte jede ab-schreckende Ansicht der Sache und ihrer Folgen, alleRechtschaffenheit, Religion, Ehre, Vaterlandsliebe auSde» Augen setzen und sie auch nicht mit dem leisesten Fa-den berühren. Wenn man bedenkt, daß Voistn, der sei-ne Tochter vcrheyrachet, der weder Sohn noch Neffenhatte, dessen Großvater einer der Blutschreibcr desParlamentes gewesen, der noch einmal so hoch überseinen Stand gestiegen war, und nichts inchr brauchte,als sich auf dieser Höhe zu erhalten, daß er nichts z»fürchten hatte, wenn er die Unmöglichkeit der Sachevvrgcwendst hätte, und sich noch dazu durch diese dem
I 5 Re-