Druckschrift 
Zweyte Abtheilung, Sechs und zwanzigster Band (1803)
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen
 

«

roz

der Cardinal eS um so gewisser auch von Porkroyal.Er irrte sich. Diese, schon so oft und grausam uns-handelten Nonnen waren gegen dergleichen verfäng.liche Unterschriften sehr mistrauisch. Man hatteihnen in ihrer Einöde, die beständig mit Spionen um-geben war, und der sich niemand ohne Gefahr ver-bannt oder gar verhaftet zu werden, nähern konnte,schon mehrmals dergleichen verfängliche Aufsätze zurUnterschrift vorgelegt. Sie, aller vertrauten Rach,geber beraubt, waren daher durch nichts, weder durchdas Beyspiel anderer Klöster, noch selbst durch bas'von Gif, zu dieser neuen Unterschrift zu bewegen.Umsonst ermahnte sie der Cardinal, und erklärte ihnen,daß das, was man von ihnen fodere, weder den Frie-den von Clemens dem IX., noch den Glauben ihrerReligion verletze. Nichts konnte diese ängstlich heili-gen Seelen überzeugen. Sie konnten nicht glauben,daß unter dieser Foderung nicht ein verborgenes Gift,und eine neue List stecke, und beharrten, aller darausentstehenden Folgen ungeachtet, fest auf ihrer Wei-gerung.

Dieß hatten die Jesuiten gewollt. Sie haktenkeine anvere Absicht gehabt, als den Cardinal vonNoailles in diese Sache zu verflechten, und die gänz-liche Zerstörung, dieses ihn verhaßten Hauses, an dersie schon feit mehreren Jahren unausgesetzt gearbeitethatten, endlich selbst durch ihn zu bewirken. Siefürchteten, die noch übrig gebliebenen Nonnen möch-ten den König überleben, nach dessen Tode sie viel-leicht nicht mehr so viel Einfluß haben würden, umverhindern zu können, daß nicht wieder neue Nonnenausgenommen würden. So könnte dieses feindlicheHaus sich alsdann wieder erholen, und aufs neue er-halten. Sobald aber der Eintritt in dasselbe nicht

mehr