zr Der Mcirschall von Catinat.
zurückgezogen hatte, daß er seil einigen Jahren gar nichtmehr verließ und wo er auch fast niemanden um sich halte.Die Einfachheit seiner Sitten, seine Frugalität, seine Verrachrung der Welt, die Ruhe seiner Seele und Gleichförmigekeit seines Lebens erinnerte an jene Helden, die von den her«lichsten Triumphen ruhig zu ihrem Pflug zurückkehrten, imrrner voll Liebe für ihr Vaterland, unbekümmert wegen NomSUndankbarkeit. Catinat hatte viel Geifl, viel Sinn, ein reitfes Urtheil, aber seine Philosophie erhielt den wahren Werthdurch Religiosität. Er vergaß nie wie wenig er war; seineKleidung, Equipagen, Möbeln, sein Haus, alles war vonder größten Simplicitat, so auch sein Aeußeres und Anstand.Er war groß, mager, von braunem Haar; bedächtlich, undlangsam, aber seine Augen waren voll Geist. Er trauerteüber die Zeichen der Zeit, die er kommen sah, wie jederWetteifer verlösche, wie Luxus, Leerheit und Unwissenheitüberhand nehme, wie jeder Standesunterschied aufgehoben,und an die Stelle der Polizei)-Inquisition getreten sei). Ecsah die Zeichen der Auflösung und pflegte immer zu sagen:nur durch die schrecklichste, entsetzlichste Unordnung könnteMieder Ordnung in Frankreich werden.
Chamillart, Minister.
Chamillart halte einen sonderbaren schaukelnden Gang,und in seiner Physionomie lag nichts als Sanftheit undGüte, die er denn auch wirklich hatte. Sein Barer, Sup«plrkenmeister, starb im I. 167; als Intendant zu Cacn, woer gegen zehn Jahr gewesen ist. Das folgende Jahr daraufwurde der Sohn Parlamentsrath. Er war ein vernünftigerMann, von viel Anhalksamkeit, wenig Einsicht und ein LiebeHaber von lustiger Gesellschaft. Es war gut mit ihät umzu«gehen, und er war durchaus ehrlich. Er liebte Geseilschaftstspiele und spielte fast alle Spiele gut, und dieß erweiterteseine Sphäre ein wenig über die des Tatars; aber sei»Glück machte seine Geschicklichkeit im Billard. Der König,der für dieses Spiel Geichmack gewonnen hatte und lange be<hielt, spielte fast alle Winterabende mit Hrn. von Bendomeund Hrn. le Grand, und bald mir dem Marschall von Bit«lervi), bald mit Hrn. von Grammont einige Parthien. Sie
wußten