Druckschrift 
Abteilung 2 Bd. 25 (1803)
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

Fräulein von Fontange.

Wahrend der Herrschaft der Montefpan fehlte esihr nicht an Gelegenheit zur Eifersucht. Fräulein vonFontange reizte den König und wurde zum Range einerdeklarieren Maitresse erhoben. So seltsam auch eine sol-che doppelte Liebschaft seyn mochte, so war sie doch nichtsneues: derselbe Fall war mit Frau von Balliere undvon Montespan da gewesen, und dieser wurde nur ver-golten, was sie jener gethgn hatte. Aber Frauleinvon Fontange war nicht so glücklich durch das Lasier,weder jn ihrem Glanze, noch in ihrem Falle; ihreSchönheit hielt sie eine Zeitlang, aber sie hatte keinenGeist, und konnte den König nicht unterhalten undfesseln. Doch er hatte auch nicht Zeit ihrer ganz über-drüßig zu werden. <Kin schneller Tod endigte dieseneue Liebschaft, und alle übrigen waren nur flüchtigeNeigungen.

HI.

Seine Hörigen weniger bekannten Lieb-schaften.

Eine einzige hatte Dauer und ging in wirklicheZuneigung über. Die Schöne genoß derselben bis anihren Tod und wußte die ungeheuersten Vortheile da-von zu ziehen, so daß sie ihren beyden Söhnen dieprächtigste, aber auch die schändlichste Erbschaft hinter-lassen konnte. Ihr Mann, vermöge jener niederträchti-gen Politik, die in Spanien mit einem eignen Namengebrandmarkt ist, der: sich selber Hörner auf-

A 4 sehen