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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
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209
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genug gelebt, um dies zu glauben . . . Heute gilt es unsals eineSache- der Schicklichkeit, dass man nicht Allesnackt sehn, nicht bei Allem dabei sein, nicht Alles ver-stehn undwissen wolle. Tout comprendre cesttoiit mepriser . . .Ist es wahr, dass der liebe Gottüberall zugegen ist? fragte ein kleines Mädchen seineMutter: aber ich finde das unanständig ein Winkfür Philosophen! . . . Man sollte die Scham besser inEhren halten, mit der sich die Natur hinter Räthsel undbunte Ungewissheiten versteckt hat. Vielleicht ist dieWahrheit ein Weib, das Gründe hat, ihre Gründenicht sehn zu lassen? . . . Vielleicht ist ihr Name,griechisch zu reden, Baubo? . . . Oh diese Griechen!sie verstanden sich darauf, zu leben! Dazu thut noth,tapfer bei der Oberfläche, der Falte, der Haut stehn zubleiben, den Schein anzubeten, an Formen, 'an Töne, anWorte, an den ganzen Olymp des Scheins zu glau-ben ! Diese Griechen waren oberflächlich aus Tiefe...Und kommen wir nicht eben darauf zurück, wir Wage-halse des Geistes, die wir die höchste und gefährlichsteSpitze des gegenwärtigen Gedankens erklettert und vonda aus uns umgesehn haben, die wir von da aus hinab-gesehn haben? Sind wir nicht eben darin Griechen?Anbeter der Formen, der Töne, der Worte? Eben darum Künstler? . . .

Nietzsche, Werke Band VIII.

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