beseelung dieser skandinavischen Unthiere mit einemDurst nach verzückter Sinnlichkeit und Entsinnlichung— dieses ganze Nehmen und Geben Wagners in Hin-sicht auf Stoffe, Gestalten, Leidenschaften und Nervenspricht deutlich auch den Geist seiner Musik aus, ge-setzt dass diese selbst, wie jede Musik, nicht unzwei-deutig von sich zu reden wüsste: denn die Musik ist einWeib . . . Man darf sich über diese Sachlage nichtdadurch beirren lassen, dass wir augenblicklich geradein der Reaktion innerhalb der Reaktion leben. DasZeitalter der nationalen Kriege, des ultramontanen Mar-tyriums, dieser ganze Zwischenakts-Charakter, derden Zuständen Europa’s jetzt eignet, mag in der Thateiner solchen Kunst, wie der Wagners, zu einer plötz-lichen Glorie verhelfen, ohne ihr damit Zukunft zu.ver-bürgen. Die Deutschen selber haben keine Zukunft . . .
Wir Antipoden.
Man erinnert sich vielleicht, zum Mindesten untermeinen Freunden, dass ich Anfangs mit einigen Irr-thümern und Überschätzungen und jedenfalls als PI of-fen der auf diese moderne Welt losgegangen bin. Ichverstand — wer weiss, auf welche persönlichen Erfahr-ungen hin? den philosophischen Pessimismus des neun-zehnten Jahrhunderts als Symptom einer höheren Kraftdes Gedankens, einer siegreicheren Fülle des Lebens, alsdiese in der Philosophie Hume’s, Kant’s und Hegel’s zumAusdruck gekommen war, — ich nahm die tragischeErkenntniss als den schönsten Luxus unsrer Cultur, als