Wo ich bewundere.
Ich glaube, dass die Künstler oft nicht wissen, wassie am besten können: sie sind zu eitel dazu. Ihr Sinnist auf etwas Stolzeres gerichtet, als diese kleinen Pflan-zen zu sein scheinen, welche neu, seltsam und schön, inwirklicher Vollkommenheit auf ihrem Boden zu wachsenwissen. Das letzthin Gute ihres eignen Gartens undWeinbergs wird von ihnen obenhin abgeschätzt, undihre Liebe und ihre Einsicht sind nicht gleichen Ranges.Da ist ein Musiker, der mehr als irgend ein Musikerseine Meisterschaft darin hat, die Töne aus dem Reichleidender, gedrückter, gemarterter Seelen zu finden undauch noch dem stummen Elend Sprache zu geben. Nie-mand kommt ihm gleich in den Farben des spätenHerbstes, dem unbeschreiblich rührenden Glück einesletzten, allerletzten, allerkürzesten Geniessens, er kennteinen Klang für jene heimlich-unheimlichen Mitternächteder Seele, wo Ursache und Wirkung aus den Fugen ge-kommen zu sein scheinen und jeden Augenblick Etwas^us dem Nichts^) entstehen kann. Er schöpft am glück-lichsten von Allen aus dem untersten Grunde des mensch-lichen Glücks und gleichsam aus dessen ausgetrunkenemBecher, wo die herbsten und widrigsten Tropfen zuguter- und böserletzt mit den süssesten zusammenge-laufen sind. Er kennt jenes müde Sichschieben der Seele,