„Warum so hart! — sprach zum Diamanteneinst die Küchen-Kohle: sind wir denn nichtNah- Verwandte?“
Warum so weich? Oh meine Brüder, also frageich euch: seid ihr denn nicht — meine Brüder?
Warum so weich, so weichend und nach-gebend? Warum ist so viel Leugnung, Verleug-nung in eurem Herzen? so wenig Schicksal ineurem Blicke?
Und wollt ihr nicht Schicksale sein undUnerbittliche: wie könntet ihr einst mit mir —siegen?
Und wenn eure Härte nicht blitzen undschneiden und zerschneiden will: wie könntetihr einst mit mir — schaffen?
Alle Schaffenden nämlich sind hart. UndSeligkeit muss es euch dünken, eure Hand aufJahrtausende zu drücken wie auf Wachs, —
— Seligkeit, auf dem Willen von Jahrtau-senden zu schreiben wie auf Erz, — härterals Erz, edler als Erz. Ganz hart ist allein dasEdelste.
Diese neue Tafel, oh meine Brüder, stelleich über euch: werdet hart! — —
Nietzsche, Werke Band VIII.
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