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8 : Abth. 1, Bd. 8 (1895) Der Fall Wagner [u.a.]
Entstehung
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Aber eine solche Falschheit, wie die der Bay-reuther, ist heute keine Ausnahme. Wir kennen alleden unästhetischen Begriff des christlichen Junkers. DieseUnschuld zwischen Gegensätzen, diesgute Gewissenin der Lüge ist vielmehr modern fiar excellence, mandefinirt beinahe damit die Modernität. Der moderneMensch stellt, biologisch, einen Widerspruch derWerthe dar, er sitzt zwischen zwei Stühlen, er sagt inEinem Athem Ja und Nein. Was Wunder, dass geradein unsern Zeiten die Falschheit selber Fleisch und sogarGenie wurde? dass Wagnerunter uns wohnte? Nichtohne Grund nannte ich Wagner den Cagliostro der Mo-dernität . . . Aber wir Alle haben, wider Wissen, widerWillen, Werthe, Worte, Formeln, Moralen entgegen-gesetzter Abkunft im Leibe, wir sind, physiologischbetrachtet, falsch . . . Eine Diagnostik der modernenSeele womit begönne sie? Mit einem resoluten Ein-schnitt in diese Instinkt-Widersprüchlichkeit, mit derHerauslösung ihrer Gegensatz-Werthe, mit der Vivisektionvollzogen an ihrem lehrreichsten Fall. Der FallWagner ist für den Philosophen ein Glücksfall, dieseSchrift ist, man hört es, von der Dankbarkeit inspirirt . . .

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