(?- . .. \
Sonderlich, wenn sie grosse Dinge wollen! Dennsie wecken Misstrauen gegen grosse Dinge, diese feinenFalschmünzer und Schauspieler: —
— bis sie endlich falsch vor sich selber sind, schiel-äugig, übertünchter Wurmfrass, bemäntelt durch starkeWorte, durch Aushänge-Tugenden, durch glänzendefalsche Werke.
Habt da eine gute Vorsicht, ihr höheren Menschen!Nichts nämlich gilt mir heute kostbarer und seltner alsRedlichkeit.
Ist diess Heute nicht des Pöbels? Pöbel aber weissnicht, was gross, was klein, was gerade und redlich ist:der ist unschuldig krumm, der lügt immer.
*
* *
9 -
Habt heute ein gutes Misstrauen, ihr höherenMenschen, ihr Beherzten! Ihr Offenherzigen! Und halteteure Gründe geheim! Diess Heute nämlich ist des Pöbels.
Was der Pöbel ohne Gründe nicht glauben lernte,wer könnte ihm durch Gründe Das — umwerfen?
Und auf dem Markte überzeugt man mit Gebärden.
Aber Gründe machen den Pöbel misstrauisch.
Und wenn da einmal Wahrheit zum Siege kam,so fragt euch mit gutem Misstrauen: „welch starkerIrrthum hat für sie gekämpft?“
Plütet euch auch vor den Gelehrten! Die hasseneuch: denn sie sind unfruchtbar! Sie haben kalte ver-trocknete Augen, vor ihnen liegt jeder Vogel entfedert.
Solche brüsten sich damit, dass sie nicht lügen:
t J
422