Druckschrift 
Also sprach Zarathustra : ein Buch für alle und keinen
Entstehung
Seite
353
Einzelbild herunterladen
 

f

%

Nun schüttle ich mich und laufe dir davon, dassich wieder trocken werde: des darfst du nicht Wunderhaben! Dünke ich dir unhöflich? Aber hier istmein Hof.

Was aber deinen höheren Menschen angeht:wohlan! ich suche ihn flugs in jenen Wäldern: daherkam sein Schrei. Vielleicht bedrängt ihn da ein bösesThier.

Er ist in meinem Bereiche: darin soll er mirnicht zu Schaden kommen! Und wahrlich, es giebtviele böse Thiere bei mir.

Mit diesen Worten wandte sich Zarathustra zumGehen. Da sprach der Wahrsager:Oh Zarathustra,du bist ein Schelm!

Ich weiss es schon: du willst mich los sein! Liebernoch läufst du in die Wälder und stellst bösen Thierennach!

Aber was hilft es dir? Des Abends wirst du dochmich wiederhaben; in deiner eignen Höhle werde ichdasitzen, geduldig und schwer wie ein Klotz undauf dich warten!

So seis! rief Zarathustra zurück im Fortgehn:und was mein ist in meiner Höhle, gehört auch dir,meinem Gastfreunde!

Solltest du aber drin noch Honig finden, wohlan!so lecke ihn nur auf, du Brummbär, und versüsse deineSeele! Am Abende nämlich wollen wir Beide guterDinge sein,

guter Dinge und froh darob, dass dieser Tag zu

J

Nietzsche, Werke Band VI.

353

23