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| Der Wahrsager, der es wahr genommen, was sich
I in Zarathustra’s Seele zutrug, wischte mit der Hand
| über sein Antlitz hin, wie als ob er dasselbe weg-
| wischen wollte; desgleichen that auch Zarathustra,
j Und als Beide dergestalt sich schweigend gefasst und
gekräftigt hatten, gaben sie sich die Hände, zumI Zeichen, dass sie sich wiedererkennen wollten.
I „Sei mir willkommen, sagte Zarathustra, du Wahr-
i sager der grossen Müdigkeit, du sollst nicht umsonst
j einstmals mein Tisch- und Gastfreund gewesen sein,
j Iss und trink auch heute bei mir und vergieb es, dass
! ein vergnügter alter Mann mit dir zu Tische sitzt!“ —
j „Ein vergnügter alter Mann? antwortete der Wahr-
[; sager,. den Kopf schüttelnd: wer du aber auch bist
j| oder sein willst, oh Zarathustra, du bist es zum Längsten
j| hier Oben gewesen, •— dein Nachen soll über Kurzem
j] nicht mehr im Trocknen sitzen!“ — „Sitze ich denn
j] im Trocknen?“ fragte Zarathustra lachend. — „Die
j[ Wellen um deinen Berg, antwortete der Wahrsager,
jj steigen und steigen, die Wellen grosser Noth und
I! Trübsal: die werden bald auch deinen Nachen heben
Ij und dich davontragen.“ — Zarathustra schwieg hieraufund wunderte sich. — „Hörst du noch Nichts? fuhr! der Wahrsager fort: rauscht und braust es nicht heraufaus der Tiefe?“ — Zarathustra schwieg abermals undi horchte: da hörte er einen langen, langen Schrei,
welchen die Abgründe sich zuwarfen und Weitergaben,denn keiner wollte ihn behalten: so böse klang er.
! „Du schlimmer Verkündiger, sprach endlich Zara-
thustra, das ist ein Nothschrei und der Schrei eines
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