f
— denn nicht wollt ihr mit feiger Hand einemFaden nachtasten; und, wo ihr errathen könnt, dahasst ihr es, zu erschliessen —
euch allein erzähle ich das Räthsel, das ich sah,— das Gesicht des Einsamsten. —
Düster gieng ich jüngst durch leichenfarbne Däm-merung, — düster und hart, mit gepressten Lippen.Nicht nur Eine Sonne war mir unter gegangen.
Ein Pfad, der trotzig durch Geröll stieg, ein bos-hafter, einsamer, dem nicht Kraut, nicht Strauch mehrzusprach: ein Berg-Pfad knirschte unter dem Trotzmeines Fusses.
Stumm über höhnischem Geklirr von Kieselnschreitend, den Stein zertretend, der ihn gleiten liess:also zwang mein Fuss sich aufwärts.
Aufwärts:-— dem Geiste zum Trotz, der ihn ab-wärts zog, abgrundwärts zog, dem Geiste der Schwere,meinem Teufel und Erzfeinde.
Aufwärts: — obwohl er auf mir sass, halb Zwerg,halb Maulwurf; lahm; lähmend; Blei durch mein Ohr,Bleitropfen-Gedanken in mein Hirn träufelnd.
„Oh Zarathustra, raunte er höhnisch Silb’ um Silbe,du Stein der Weisheit! Du warfst dich hoch, aber jedergeworfene Stein muss •— fallen!
Oh Zarathustra, du Stein der Weisheit, du Schleuder-stein, du Stern-ZertrümmererJ Dich selber warfst du sohoch, — aber jeder geworfene Stein — muss fallen!
Verurtheilt zu dir selber und zur eignen Steini-gung: oh Zarathustra, weit warfst du ja den Stein, —aber auf dich wird er zurückfallen!“
V
J
229