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Krüppel. Und warum sollte Zarathustra nicht auch vomVolke lernen, was das Volk von Zarathustra lernt?
Das ist mir aber das Geringste, seit ich unterMenschen bin, dass ich sehe: „Diesen fehlt ein Augeund Jenem ein Ohr und einem Dritten das Bein, undAndre giebt es, die verloren die Zunge oder die Naseoder den Kopf.“
Ich sehfi" und sah Schlimmeres und mancherlei soAbscheuliches, dass ich nicht von Jeglichem reden undvon Einigem nicht einmal schweigen möchte: nämlichMenschen, Denen es an Allem fehlt, ausser dass sieEins zu viel haben — Menschen, welche Nichts weitersind, als ein grosses Auge oder ein grosses Maul oder ■ein grosser Bauch oder irgend etwas Grosses — um-gekehrte Krüppel heisse ich Solche.
Und als ich aus meiner Einsamkeit kam und zumersten Male über diese Brücke gieng: da traute ichmeinen Augen nicht und sah hin, und wieder hin, undsagte endlich: „das ist ein Ohr! Ein Ohr, so gross wieein Mensch!“ Ich sah noch besser hin: und wirklich,unter 'dem Ohre bewegte sich noch Etwas, das zumErbarmen klein und ärmlich und schmächtig war. Undwahrhaftig, dass ungeheure Ohr sass auf einem kleinendünnen Stiele, — der Stiel aber war ein Mensch! Werein Glas vor das Auge nahm, konnte sogar noch einkleines neidisches Gesichtchen erkennen; auch, dass eingedunsenes Seelchen am Stiele baumelte. Das Volksagte mir aber, das grosse Ohr sei nicht nur ein Mensch,sondern ein grosser Mensch, ein Genie. Aber ichglaubte dem Volke niemals, wenn es von grossen
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