wissen nicht, was die Dinge werth sind; graue kalteGeister wissen nicht, was die Dinge wiegen. Aber frei-lich: man muss eine Gegenkraft haben: einen Flug inso weite hohe Fernen, dass man auch seine bestbewunder-ten Dinge tief, tief unter sich sieht, und sehr nahe Dem,was man vielleicht verachtete. — Ich habe meine Probengemacht, als ich mich weder durch die grosse politischeBewegung Deutschlands, noch durch die künstlerischeWagner’s, noch durch die philosophische Schopenhauer’svon meiner Hauptsache habe abspänstig machen lassen:doch ward es mir schwer, und zeitweilig war ich krankdaran.
203.
Als ich jung war, bin ich einer gefährlichen Gott-heit begegnet, und ich möchte Niemandem das wieder-erzählen, was mir damals über die Seele gelaufen ist —sowohl von guten als von schlimmen Dingen. So lernteich bei Zeiten schweigen, sowie dass man reden lernenmüsse, um recht zu schweigen: dass ein Mensch mitHintergründen Vordergründe nöthig habe, sei es fürAndere, sei es für sich selber: denn die Vordergründesind einem nöthig, um von sich selber sich zu erholen,und um es Anderen möglich zu machen, mit uns zu leben.
204.
1. Geburt der Tragödie
Artisten-Metaphysik.
2. Unzeitgemässe Betrachtungen
I. Der Bildungsphilister. Der Ekel.
II. Leben und Historie — Grundproblem.
III. Der philosophische Einsiedler. „Erziehung“.