Druckschrift 
14 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 6 (1904) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
Entstehung
Seite
320
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Vierter Grundsatz. Die Mathematik enthält Be-schreibungen (Definitionen) und Folgerungen aus Defini-tionen. Ihre Gegenstände existiren nicht. Die Wahr-heit ihrer Folgerungen beruht auf der Richtigkeit deslogischen Denkens. Wenn die Mathematik an gewendetwird, so geschieht dasselbe, wie bei denMittel- undZweck-Erklärungen: es wird das Wirkliche erst zurecht-gemacht und vereinfacht (gefälscht-).

Fünfter Grundsatz. Das am meisten von unsGeglaubte, alles Apriori, ist darum nicht gewisser, dasses so stark geglaubt wird. Sondern es ergiebt sichvielleicht als eine Existenz-Bedingung unsrer Gattung irgend eine Grundannahme. Deshalb könnten andereWesen andere Grundannahmen machen, z. B. vier Dimen-sionen. Deshalb könnten immer noch all diese An-nahmen falsch sein oder vielmehr: inwiefern könnteirgend Etwasan sich wahr sein? Dies ist der Grund-U nsinn!

Sechster Grundsatz. Es gehört zur erlangtenMännlichkeit, dass wir uns nicht über unsre menschlicheStellung betrügen: wir wollen vielmehr unser Maassstreng durchführen und das grösste Maass von Machtüber die Dinge anstreben. Einsehen, dass die Gefahrungeheuer ist: dass der Zufall bisher geherrscht hat.

Siebenter Grundsatz. Die Aufgabe der Erd-regierung kommt. Und damit die Frage: wie wir dieZukunft der Menschheit wollen! Neue Werthtafelnnöthig. Und Kampf gegen die Vertreter der altenewigen Werthe als höchste Angelegenheit!

Achter Grundsatz. Aber woher nehmen wirunsern Imperativ? Es ist keindu sollst, sondern dasich muss des Übermächtigen, Schaffenden.