124
2 5 8.
Gesetzt, es fallen die Gründe weg, um jene meta-physischen Hypothesen machen zu müssen, gesetzt,man will nicht mehr regieren, erziehen, nicht seinenTypus als höchsten und ersten aufrecht erhalten, —gesetzt, man denkt als Tschandala über die Dinge: sofindet man vielleicht die ganze Kette von Erfahrungenund Schlüssen wieder zusammen, die jenen Alten zurVoraussetzung diente, ihre Hypothesen zu machen: ichwill sagen, man findet die „Wahrheit“, — aber genau inder Auflösung aller Autorität, alles Respects, allerTradition, aller moralischen Vorurtheile; — wir ver-brauchen unsern Rest ererbter Moral bei dieser Arbeit...
Das, was jetzt Wissenschaft ist, ist ein genauer Grad-messer für den Niedergang des moralischen und reli-giösen Glaubens: — wir sind aufgelöst, wenn wir amEnde unsrer „Weisheit“ sind, — wir haben alle positivenKräfte verbraucht, zur Erkenntniss . . . Das Wissenan sich ist ja ohnmächtig: und was den „Egoismus“betrifft, so sind wir in einer decadence- Zeit durchaus nichtsicher, unsern Vortheil zu wollen: die Antriebe sindviel zu mächtig, als dass der Nutzen der leitende Gesichts-punkt bliebe —; der „Altruismus“, das Mitleben undZusammenfühlen von aller Art Gefühl und Zuständen, istin diesem Falle eine grosse Krankheit mehr: er ist dasTschandala-Gewissen, — eine Schwäche, die mit Lustverknüpft ist . . .
2 59 -
Plato ist ganz im Geiste Manu’s: man hat ihn inÄgypten vorgemacht.