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Meine fünf „Neins“.
1. Mein Kampf gegen das Schuldgefühl und dieEinmischung des Strafbegriffs in die physische undmetaphysische Welt, insgleichen in die Psychologie, indie Geschichts-Ausdeutung. Einsicht in die Vermorali-sirung aller bisherigen Philosophien und Werth-schätzungen.
2. Mein Wiedererkennen und Herausziehen desüberlieferten Ideals, des christlichen, auch wo manmit der dogmatischen Form des Christenthums abge-wirtschaftet hat. Die Gefährlichkeit des christ-lichen Ideals steckt in seinen Werthgefühlen, in Dem,was des begrifflichen Ausdrucks entbehren kann: meinKampf gegen das latente Christenthum (z. B. in derMusik, im Socialismus).
3. Mein Kampf gegen das 18. Jahrhundert Rousseau’s,gegen seine „Natur“, seinen „guten Menschen“, seinenGlauben an die Herrschaft des Gefühls, — gegen dieVerweichlichung, Schwächung, Vermoralisirung desMenschen: ein Ideal, das aus dem Hass gegen diearistokratische Cultur geboren ist und in praxi dieHerrschaft der zügellosen Ressentiments-Gefühle ist, er-funden als Standarte für den Kampf (— die Schuldgefühls-Moralität des Christen, die Ressentiments-Moralität eineAttitüde des Pöbels).
4. Mein Kampf gegen die Romantik, in der christ-liche Ideale und Ideale Rousseau’s Zusammenkommen,zugleich aber mit einer Sehnsucht nach der alten Zeitder priesterlich-aristokratischen Cultur, nach virtü, nachdem „starken Menschen“, — etwas äusserst Hybrides;eine falsche und nachgemachte Art stärkeren Menschen-