Druckschrift 
13 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 5 (1903) Unveröffentlichtes aus der Umwerthungszeit : (1882/83 - 1888)
Entstehung
Seite
265
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Freiheit und Machtgefühl. — Das Gefühl des Spielsbei der Überwindung grosser Schwierigkeiten, z. B. vomVirtuosen; Gewissheit seiner selber, dass auf den Willendie genau entsprechende Action folgt, — eine Art Affectdes Übermuthes ist dabei, höchste Souveränetät desBefehlenden. Es muss das Gefühl des Widerstandes,Druckes dabei sein. — Dabei ist aber eine Täuschungüber den Willen: nicht der Wille überwindet den Wider-stand — wir machen eine Synthese zwischen zwei gleich-zeitigen Zuständen und legen eine Einheit hinein.

Der Wille als Erdichtung:

1) Man glaubt, dass er selber bewegt (während ernur ein Reiz ist, bei dessen Eintritt eine Bewegung be-ginnt).

2) Man glaubt, dass er Widerstände überwindet.

3) Man glaubt, dass er frei und souverän ist, weilsein Ursprung uns verborgen bleibt und weil der Affectdes Befehlenden ihn begleitet.

4) Da man in den allermeisten Fällen nur will, wennder Erfolg erwartet werden kann, wird die „Nothwendig-keit“ des Erfolgs dem Willen als Kraft zugerechnet.

641.

Wir empfinden nur alles Das von den Dingen,was uns irgendwie angeht (oder angieng), — der ganzeorganische Process zieht in uns sein Resultat. „Erfahrung“das ist das Resultat aller jener Reactionen, wo wir aufEtwas ausser oder in uns reagirt haben. — Wir habenunsre Reaction verschmolzen mit dem Dinge,welches auf uns agirte.