Verlag von C. G. NAUMANN in Leipzig.
Paul Mongre.
SANT’ ILARIO.
Gedanken aus der Landschaft Zarathustra’s.
Gross 8°. 24 Bogen. Brosch. Hark 6.50, geb. Mark 8.50.
Dieses Buch hat, ohne sonderlich viel von Italien zu reden, den furor italicusim Leibe, und zwar möchte es, um das Landschaftliche noch näher zu bezeichnen, etwasvon der Helle und Heiterkeit der ligurischen Riviera als geistiges Fluidum mittheilen.Dem Verfasser ist, als er sich auf Nietzsche’s Spuren am Mittelmeer erging, auch seiner-seits mancherlei eingefallen und so giebt er, in allerhand Formaten, vom kurzen Spruchbis zum stimmungshaft breiten Aphorismus, ein paar Hundert Momentbilder, wie sieeiner modernen Seele vorschweben, Kunst, Bildung, Reise, philosophische Kritik undSpeculation, nicht zu vergessen das Capitel Weib und Liebe, — alles mit dem Augedes sensiblen Genussmenschen gesehen und in einem nicht gar zu schwerfälligen Tempobesprochen: so etwa würde das Programm dieses programmlosen Buches zu formuliren sein.
Paul Lauterbach.
Aegineten. - Gedanke und Spruch.
Klein 8°. Preis Mark 1.—.
Unbedeutend sind diese kurzen Epigramme nicht. Das Büchlein ist dem Meisterdes Zarathustra gewidmet und auch ohne diesen Hinweis würde man sofort erkennen,dass der Verfasser ein Schüler Nietzsche’s ist. Magazin.
Die Sammlung theilt den Vorzug aller guten Werke dieser Art, den nämlich,dass wir beim Lesen meinen verkörpert zu sehen, was wir als dunkles Problem halbunbewusst in uns tragen. * Vossische Zeitung.
Dr. Georg Biedenkapp.
Denkdummheiten.
Klein 8°. Brosch. Mark 1.50, geb. Mark 2.—.
Dem trefflichen Buche Dr. Wustmann’s: Allerlei Sprachdummheiten hatDr. Biedenkapp in Frankfurt a. M. eine gleiche Schrift: ,,Denkdummheiten, Merk-worte geistiger Selbstzucht“ an die Seite gestellt. Im ersten Abschnitt spricht derVerfasser von dem Superlativismus, wie er es nennt und rügt, dass wir oft in derAusdrucksweise unwahr sind, indem wir übertreiben und z. B. Einen für den grösstenaller Sterblichen erklären, der doch nur ein grosser Sterblicher ist; und erklären;Alle Leute sagen, wo es doch nur einige thun etc. Im zweiten Abschnitt bekämpfter den Mittelpunktswahn, in dem der Mensch sich gleichsam zum Mittelpunkt derWelt macht und von sich aus alles misst und beurtheilt. Im dritten beleuchtet er dieWinkelweisheit, im vierten die Sprachfallen. Es sind nicht gerade grosse Dinge,die er geisselt; aber das Büchlein kann nicht verfehlen, die Leser zur Wahrhaftigkeitund Bescheidenheit im Reden und Urtheilen anzuspornen. Und darin liegt entschiedender Werth des Buches.