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worden wäre, und als ob Alles, was aus dem Menschenheraus will und nach Erkenntniss dürstet, sich jetzt ineinem Jubel des Erkennens frei und selig befände. Weiljeder Vorgang eines Wagnerischen Drama’s sich mit derhöchsten Verständlichkeit dem Zuschauer mittheilt, undzwar durch die Musik von Innen heraus erleuchtet unddurchglüht, konnte sein Urheber aller der Mittel ent-rathen, welche der Wortdichter nöthig hat, um seinenVorgängen Wärme und Leuchtkraft zu geben. Der ganzeHaushalt des Drama’s durfte einfacher sein, der rhyth-mische Sinn des Baumeisters konnte es wieder wagen,sich in den grossen Gesammtverhältnissen des Baues zuzeigen; denn es fehlte zu jener absichtlichen Verwicklungund verwirrenden Vielgestaltigkeit des Baustils jetzt jedeVeranlassung, durch welche der Wortdichter zu Gunstenseines Werkes das Gefühl der Verwunderung und desangespannten Interesses zu erreichen strebt, um diess dannzu dem Gefühl des beglückten Staunens zu steigern. DerEindruck der idealisirenden Feme und Höhe war nichterst durch Kunstgriffe herbeizuschaffen. Die Sprache zogsich aus einer rhetorischen Breite in die Geschlossenheitund Kraft einer Gefühlsrede zurück; und trotzdem dassder darstellende Künstler viel weniger als früher überDas sprach, was er im Schauspiel that und empfand,zwangen jetzt innerliche Vorgänge, welche die Angstdes Wortdramatikers vor dem angeblich Undramatischenbisher von der Bühne fern gehalten hat, den Zuhörerzum leidenschaftlichen Miterleben, während die begleitendeGebärdensprache nur in der zartesten Modulation sich zuäussern brauchte. Nun ist überhaupt die gesungene Leiden-schaft in der Zeitdauer um Etwas länger als die ge-sprochne; die Musik streckt gleichsam die Empfindungaus: daraus folgt im Allgemeinen, dass der darstellende