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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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I.

Die öffentliche Meinung in Deutschland scheint esfast zu verbieten, von den schlimmen und gefährlichenFolgen des Krieges, zumal eines siegreich beendetenKrieges zu reden: um so williger werden aber die-jenigen Schriftsteller angehört, -welche keine wichtigereMeinung als jene öffentliche kennen und deshalb wett-eifernd beflissen sind, den Krieg zu preisen und denmächtigen Phänomenen seiner Einwirkung auf Sittlichkeit,Kultur und Kunst jubilirend nachzugehen. Trotzdem seies gesagt: ein grosser Sieg ist eine grosse Gefahr. Diemenschliche Natur erträgt ihn schwerer als eine Nieder-lage; ja es scheint selbst leichter zu sein, einen solchenSieg zu erringen, als ihn so zu ertragen, dass daraus keineschwerere Niederlage entsteht. Von allen schlimmen Fol-gen aber, die der letzte mit Frankreich geführte Krieghinter sich drein zieht, ist vielleicht die sc hlim mste einweitverbreiteter, ja allgemeiner Irrthum: der Irrthum deröffentlichen Meinung und aller öffentlich Meinenden, dassauch die deutsche Kultur in jenem Kampfe gesiegt habeund deshalb jetzt mit den Kränzen geschmückt werdenmüsse, die so ausserordentlichen Begebnissen und Er-folgen gemäss seien. Dieser Wahn ist höchst verderblich:nicht etwa weil er ein Wahn ist denn es giebt dieheilsamsten und segensreichsten Irrthümer sondern

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