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Das Problem in der Zeit der griechischen Tragödiewar: wie konnten diese grässlichen Dinge eigentlichgeschehen, während die Tliäter Heroen und keine Ver-brecher waren? Dies war die grosse Übung in derPsychologie Athens.
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Es ist die europäische Art des moralischen Idealis-mus, sich die moralischen Vorstellungen so hoch und sofein auszudichten, dass, wenn der Mensch von ihnen ausauf sein Handeln zurückblickt, er sich gedemüthigt fühlt.Diese Art Idealismus verträgt sich vorzüglich mit einemgewinnsüchtigen, rücksichtslosen, ehrgeizigen Leben. DieMinute der Demuth ist die Abschlagszahlung für einLeben, welches mit jenem Idealismus nichts zu thun hat.
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Seit Rousseau hat man die Unmittelbarkeit desGefühls verherrlicht, sich jemanden an die Brust werfen,seinen Zorn wie seinen Speichel auswerfen u. s. w. Sonder-bar, dass alle grossen Weisen der Moral das geradeGegentheil verlangt haben! Zurückhaltung des Gefühls— und daher die Würde im Benehmen des sittlichenMenschen. Es giebt reizende, vollkommene Seelen, denenes wohl ansteht, weil sie kein Übermaass in sich haben:aber das Gesetz nach einem Mozart machen, heisst doch
-; wir sind keine Singvögelchen. Auch gute und
respectable Gefühle, maasslos und unmittelbar geäussert,erregen Widerwillen gegen sich: so hat wohl jeder ein-mal das Mitleiden, das sich nicht in Schranken hält, zuallen Teufeln gewünscht.