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444 -
Die politische Krankheit einer Nation ist gewöhnlichdie Ursache ihrer geistigen Verjüngung und Macht.
' 445 -
Der Staatsmann muss seinen Unternehmungen eingutes Gewissen Vorhängen können und braucht dazudie begeisterten Ehrlichen und noch mehr die, welcheso zu scheinen vermögen.
•'446.
Ein Staatsmann zertheilt die Menschen in zwei Gat-tungen, erstens Werkzeuge, zweitens Feinde. Eigentlichgiebt es also für ihn nur eine Gattung von Menschen:Feinde.
447 -
Ein dummer Fürst, der Glück hat, ist vielleicht dasglücklichste Wesen unter der Sonne; denn der Anstanddes Hofes lässt ihn sich gerade so weise dünken, als erzum Glücke nöthig hat. Ein dummer Fürst, der Unglückhat, lebt immer noch erträglich; denn er kann seinen Un-muth und sein Misslingen an anderen auslassen. Einkluger Fürst, der Glück hat, ist gewöhnlich ein glänzendesRaubthier; ein kluger Fürst, der Unglück hat, dagegenein sehr gereiztes Raubthier, welches man in einenKäfig sperren soll; er täuscht sich nicht über seineFehlgriffe, und das macht ihn so böse. Ein klugerFürst, der dabei gut ist, ist meistens sehr unglücklich;denn er muss vieles thun, für das er zu gut oder zuklug ist.