VIII.
Cultur und Staat; Erziehung,i. Cultur.
422.
Es ist ein herrliches Schauspiel: aus localen Interessen,aus Personen, welche an die kleinsten Vaterländer ge-knüpft sind, aus Kunstwerken, die für einen Tag, zurFestfeier, gemacht werden, aus lauter Punkten kurzumin Raum und Zeit erwächst allmählich eine dauernde, dieLänder und Völker überbrückende Cultur; das Localebekommt universale, das Augenblickliche bekommtmonumentale Bedeutung. Diesem Gange in der Geschichtemuss man nachspüren; freilich stockt einem mitunter derAthem, so zersponnen ist das Garn, so dem Zerreissennahe der Knoten, welcher das Fernste mit dem Spätenverbindet! — Homer, erst für alle Hellenen, dann für dieganze hellenische Culturwelt und jetzt für jedermann —ist eine Thatsache, über die man weinen kann.
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Man soll gar nicht mehr hinhören, wenn Menschen überdie verlorene Volksthümlichkeit klagen (in Tracht, Sitten,Rechtsbegriffen, Dialecten, Dichtungsformen u.s.w.). Geradeum diesen Preis erhebt man sich ja zum Über-Nationalen,zu allgemeinen Zielen der Menschheit, zum gründlichen