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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
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361.

Darstellung der Geburt der Tragödie: schwebendeWolkenguirlanden, weiss bei Nachthimmel, durch welcheSterne hindurchschimmern undeutlich, allzudeutlich,geisterhaft erhelltes Thal.

362.

Damals glaubte ich, dass die Welt vom ästhetischenStandpunkt aus ein Schauspiel und als solches von ihremDichter gemeint sei, dass sie aber als moralisches Phäno-men ein Betrug sei: weshalb ich zu dem Schlüsse kam,dass nur als ästhetisches Phänomen die Welt sich recht-fertigen lasse.

363.

Wie wurmstichig und durchlöchert das Menschen-leben sei, wie ganz und gar auf Betrug und Verstellungaufgebaut, wie alles Erhebende, wie die Illusionen, alleLust am Leben dem Irrthum verdankt werden undwie insofern der Ursprung einer solchen Welt nicht ineinem moralischen Wesen, vielleicht aber in einemKünstler-Schöpfer zu suchen sei wobei ich meinte,dass einem solchen Wesen durchaus keine Verehrung imSinne des Christenthums (welches den Gott der Güte undLiebe aufstellt) gebühre und sogar die Andeutung nichtscheute, ob dem deutschen Wesen diese Vorstellung, wiesie gewaltsam inoculirt worden ist, auch gewaltsam wiederentrissen werden könnte. Damit meinte ich in WagnersKunst den Weg zu einem deutschen Heidenthum ent-deckt zu haben, mindestens eine Brücke zu einer specifischunchristlichen Welt- und Menschenbetrachtung.DieGötter sind schlecht und wissend: sie verdienen den