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Eine Sentenz ist im Nachtheil, wenn sie für sichsteht; im Buche dagegen hat sie in der Umgebung einSprungbrett, von welchem man sich zu ihr erhebt. Manmuss verstehen, unbedeutendere Gedanken um bedeutendeherumzustellen, sie damit einzufassen, also den Edelsteinmit einem Stoff von geringerem Werthe. Folgen Sen-tenzen hinter einander, so nimmt man unwillkürlich dieeine als Folie der andern, schiebt diese zurück, um eineandere hervorzuheben, das heisst, man macht sich einSurrogat eines Buches.
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Eine Sentenz ist ein Glied aus einer Gedankenkette;sie verlangt, dass der Leser diese Kette aus eigenenMitteln wiederherstelle: dies heisst sehr viel verlangen.Eine Sentenz ist eine Anmaassung. — Oder sie ist eineVorsicht: wie Heraclit wusste. Eine Sentenz muss, umgeniessbar zu sein, erst aufgerührt und mit anderem Stoff-(Beispielen, Erfahrungen, Geschichten) versetzt werden.Das verstehen die Meisten nicht, und deshalb darf manBedenkliches unbedenklich in Sentenzen aussprechen.
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Wer in der deutschen Sprache Sentenzen bildet, hatdie Schwierigkeit, dass sie gerade am Ende nicht scharfund streng abgeschliffen werden können, sondern dassHilfszeitwörter hinterdrein stürzen wie Schutt und Ge-rümpel einem rollenden Steine.
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Einen Autor, der sich nicht nennt, zu errathen undzu verrathen heisst ihn so behandeln, als ob man mit
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