Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
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22 .

Der Faden, auf dem die Gedanken manches Denkerslaufen, ist so fein, dass wir ihn nicht sehen, und dass wirvermeinen, jener fliege oder schwebe und treibe dieKunst der beflügelten Dichter. Aber wie die Spinneoft an einem zarten Fädchen herabläuft

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Die Seelenunruhe; welche die philosophischen Men-schen an sich verwünschen, ist vielleicht gerade der Zu-stand, aus dem ihre höhere Productivität hervorquillt.Erlangten sie jenen völligen Frieden, so hätten sie wahr-scheinlich ihre beste Thätigkeit entwurzelt und sich damitunnütz und überflüssig gemacht.

24.

Die zehn Gebote des Freigeistes.

Du sollst Völker weder lieben noch hassen.

Du sollst keine Politik treiben.

Du sollst nicht reich und auch kein Bettler sein.

Du sollst den Berühmten und Einflussreichen ausdem Wege gehen.

Du sollst dein Weib aus einem anderen Volke alsdem eig-enen nehmen.

Du sollst deine Kinder durch deine Freunde erziehenlassen.

Du sollst dich keiner Ceremonie der Kirche unterwerfen.

Du sollst ein Vergehen nicht bereuen, sondern seinet-wegen eine Gutthat mehr thun.

Du sollst, um die Wahrheit sagen zu können, dasExil vorziehen.

Du sollst die Welt gegen dich und dich gegen dieWelt gewähren lassen.

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