Reisebuch,
unterwegs zu lesen.
Vorrede.
Menschen, welche sehr viel innerhalb eines bestimm-ten Berufes arbeiten, behalten ihre allgemeinen Ansichtenüber die Dinge der Welt fast unverändert bei: diesewerden in ihren Köpfen immer härter, immer tyrannischer.Deshalb sind jene Zeiten, in welchen der Mensch ge-nöthigt ist seine Arbeit zu verlassen, so wichtig, weil daerst neue Begriffe und Empfindungen sich wieder einmalherandrängen dürfen, und seine Kraft nicht schon durch dietäglichen Ansprüche von Pflicht und Gewohnheit verbrauchtist. Wir modernen Menschen müssen alle viel unserergeistigen Gesundheit wegen reisen: und man wird immermehr reisen, je mehr gearbeitet wird. An den Reisendenhaben sich also die zu wenden, welche an der Verände-rung der allgemeinen Ansichten arbeiten.
Aus dieser bestimmten Rücksicht ergiebt sich abereine bestimmte Form der Mittheilung: denn dem be-flügelten und unruhigen Wesen der Reise widerstrebenjene lang gesponnenen Gedankensysteme, welche nurder geduldigsten Aufmerksamkeit sich zugänglich zeigenund wochenlange Stille, abgezogenste Einsamkeit fordern.Es müssen Bücher sein, welche man nicht durchliest, aberhäufig aufschlägt: an irgend einem Satze bleibt man